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PFOA in Altötting: Spatenstich für Aktivkohlefilteranlage | BR24

© Laila Heyne

Das Trinkwasser im Landkreis Altötting soll dauerhaft PFOA-frei werden. Am Freitag war Spatenstich für eine Aktivkohlefilteranlage, die die Chemikalie aus dem Wasser filtert. Gebaut wird die Anlage in Kastl, bezahlt wird sie von der Chemiefirma.

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PFOA in Altötting: Spatenstich für Aktivkohlefilteranlage

Das Trinkwasser im Landkreis Altötting soll dauerhaft PFOA-frei werden. Am Freitag war Spatenstich für eine Aktivkohlefilteranlage, die die Chemikalie aus dem Wasser filtert. Gebaut wird die Anlage in Kastl, bezahlt wird sie von der Chemieindustrie.

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Die PFOA-geplagten Bürger im Landkreis Altötting können aufatmen. Am Freitag war Spatenstich für eine neue Aktivkohlefilteranlage, die die möglicherweise krebserregende Chemikalie aus dem Trinkwasser filtern kann. Die Anlage entsteht in Kastl, bezahlt wird sie von einer Firma im Chemiepark bei Burgkirchen, wo die Chemikalie jahrelang hergestellt worden ist.

Anlage soll 2020 in Betrieb gehen

Die Aktivkohlefilteranlage im Öttinger Forst in Kastl soll die Gemeinden Kastl und Burgkirchen mit PFOA-freiem Wasser versorgen. Geplant ist, dass sie Anfang 2020 in Betrieb geht. Kastl greift derzeit auf eine mobile Filteranlage als Übergangslösung zurück.

PFOA-freies Wasser für Kastl und Burgkirchen

Die Gemeinde Burgkirchen wird aktuell über einen Ausweichbrunnen versorgt. Dessen Wasser hat jedoch erhöhte Nitratwerte von 40 Milligramm pro Liter. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Bürgermeister Johann Krichenbauer ist es daher sehr wichtig, dass die neue Filteranlage schnell fertig wird.

Bürgermeister: Industrie lässt sich viel Zeit

Für Burgkirchen als Industriegemeinde zählten aber nicht nur Arbeitsplätze, so Bürgermeiser Krichenbauer weiter. Die Gesundheit der Bürger müsse an erster Stelle stehen und so werde auch gehandelt. Insgesamt habe es lange gedauert, bis die verursachende Firma die PFOA-Beseitigung aus dem Trinkwasser in Angriff nimmt. Der Geschäftsführer des 3M-Tochterunternehmens Dyneon, Burkhard Anders, betont, dass sich das Unternehmen und die Gemeinden erst „zusammenraufen“ mussten. Jetzt wolle man den Weg für eine langfristige Lösung gemeinsam gehen.

Firma zahlt langfristig für Filteranlage

Bezahlt wird der Bau der neuen Anlage zunächst von der Gemeinde Kastl. Sobald sie fertig steht, fließt das Geld von der Dyneon GmbH, einem Tochterunternehmen des amerikanischen Konzerns 3M. Dieses Geld soll langfristig die Kosten der Anlage decken.

Anlage reinigt in drei Stufen

Die neue Anlage in Kastl soll später 4.300 Kubikmeter belastetes Wasser am Tag reinigen können. In drei Reinigungsstraßen mit Absorbern, die mit Aktivkohle gefüllt sind, wird das PFOA in der Anlage herausgefiltert. Dazu kommen mehrere UV-Anlagen zur Entkeimung. Dieser Vorgang gegen Keime erfolgt zur Sicherheit vor und nach der Aktivkohle. In den Brunnen im Öttinger Forst werden noch mehrere Jahrzehnte erhöhte PFOA-Werte gemessen werden und laut Prognose könnten sie sogar noch steigen.

Zweite Aktivkohlefilteranlage ab August

Mitte August folgt der Spatenstich für die zweite geplante Aktivkohlefilteranlage, die ebenfalls von Dyneon bezahlt wird. Sie soll das Wasser aus den Brunnen Neuötting I und II filtern. Diese sind schon seit Ende 2016 abgeschaltet, weil sie den damals neu gesetzten PFOA Leitwert von 0,1 Mikrogramm überschritten haben. Derzeit beziehen Altötting und Neuötting Tiefenwasser aus einem Altöttinger Brunnen.

PFOA im Blut vieler Bürger

Im Landkreis Altötting in Oberbayern ist die Situation durch das mit PFOA verunreinigte Trinkwasser nach wie vor angespannt. Die im Blut vieler Bürger des Landkreises nachweisbare Perfluoroctansäure gilt als potentiell krebserregend. Mit Aktivekohlefilteranlagen kann PFOA aber aus dem Wasser gefiltert werden.

Letzten Herbst hat sich der Verursacher, durch den die Chemikalie aus dem Chemiepark Gendorf in Burgkirchen zwischen 1968 und 2008 in die Umwelt gelangt ist, zum Bau neuer Aktivkohlefilteranlagen verpflichtet.