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PFOA: Behörde rät vom Verzehr belasteter Fische ab | BR24

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Das Landratsamt Altötting macht beim Umgang mit möglicherweise krebserregenden Stoffen wie PFOA eine Kehrtwende. Bisher hatte die Behörde betont, es gebe keinen Grund, vom Verzehr belasteter Fische abzuraten. Nun aber tut sie genau das.

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PFOA: Behörde rät vom Verzehr belasteter Fische ab

Das Landratsamt Altötting macht beim Umgang mit möglicherweise krebserregenden Stoffen wie PFOA eine Kehrtwende. Bisher hatte die Behörde betont, es gebe keinen Grund, vom Verzehr belasteter Fische abzuraten. Nun aber tut sie genau das.

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Fische aus der Alz oder Wildenten aus der Nähe der Alz zu essen – nach Ansicht des Landratsamts Altötting ist das nun doch keine gute Idee mehr. Der Verzehr widerspreche dem sogenannten Minimierungsgebot nach Europäischem Recht, schreibt die Behörde: Demnach sind unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln möglichst niedrig zu halten.

Durch PFOA belastete Fische in Alz und Inn

In Fischen aus Alz und Inn waren immer wieder deutlich erhöhte Werte von PFOA und anderen perfluorierten Verbindungen nachgewiesen worden. Bei der Perfluordekansäure (PFDA) lag die Belastung gar fast 15 Mal über dem Wert, der in Baden-Württemberg als unbedenklich gilt. In Bayern gibt es bisher keinen solchen Wert.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit kam zuletzt immer wieder zum Schluss, dass die Fischproben nicht gesundheitsschädlich seien. Offenbar sieht es die Belastung inzwischen aber etwas kritischer. Vor diesem Hintergrund entschied sich das Landratsamt dazu, nun doch vom Verzehr abzuraten.

💡 Was ist PFOA?

PFOA steht als Abkürzung für "Perfluorooctanoic Acid", übersetzt Perfluoroctansäure. Wegen ihrer thermischen und chemischen Stabilität sowie ihrer Beständigkeit gegen UV-Strahlung und Verwitterung gehört PFOA zu den langlebigen und schwer abbaubaren Stoffen. PFOA wurde ab Ende der 1960er-Jahre im Industriepark Gendorf, einem Ortsteil von Burgkirchen an der Alz, als Hilfsstoff zur Produktion von Fluorpolymeren verwendet. Das Problem: PFOA ist möglicherweise krebserregend und war über das Abwasser in die Alz gelangt. Zudem gelangte es über die Abluft in die Atmosphäre und wurde als Niederschlag im Boden abgelagert. Die Produktion von PFOA in Gendorf wurde zwischen 2003 und 2004 eingestellt; seit 2008 wird es dort gar nicht mehr verwendet. (Erklärt von Veronika Beer, BR24-Nachrichten)

SPD fordert weitere Untersuchungen

Der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in der Vergangenheit immer wieder kritisiert: Es sei skandalös, wenn die Behörde nicht einmal eine mögliche Gesundheitsgefährdung erkennen wolle. Von Brunn rief die Behörden dazu auf, auch Lebensmittel aus anderen PFC-belasteten Gebieten zu überprüfen und die Ergebnisse schnell zu veröffentlichen.

Konkret nannte von Brunn den Standort Manching, der als belastet gilt. Eine SPD-Anfrage hatte vor mehreren Wochen ergeben, dass die Gebiete rund um 20 aktuelle und 27 ehemalige Bundeswehrstandorte chemisch verseucht sind. Das Landratsamt Altötting rät inzwischen davon ab, Fische oder Wildenten aus den mit PFOA und anderen möglicherweise krebserregenden Chemikalien belasteten Gebieten rund um den Fluss Alz zu verzehren.

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Das Landratsamt Altötting warnt vor dem Verzehr chemisch verseuchter Fische aus Alz und Inn. Bei den Tieren wurden erhöhte Werte von Perfluoroctansäure (PFC) nachgewiesen, wie die Behörde mitteilte. Bisher wurden dazu keine Bedenken geäußert.