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Pflegenotstand: Regensburger Klinik lockt jetzt mit Prämie | BR24

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Mit einer Prämie versucht das Regensburger Caritas-Krankenhaus St. Josef dem Pflegenotstand zu trotzen. Für eine erfolgreiche Vermittlung von Mitarbeitern gibt es 4.000 Euro. Experten beobachten die Initiative mit Skepsis.

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Pflegenotstand: Regensburger Klinik lockt jetzt mit Prämie

Mit einer Prämie versucht das Regensburger Caritas-Krankenhaus St. Josef dem Pflegenotstand zu trotzen. Für eine erfolgreiche Vermittlung von Mitarbeitern gibt es 4.000 Euro. Experten beobachten die Initiative mit Skepsis.

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Im Ringen um Pflegekräfte geht eine Regensburger Klinik einen eigenen Weg: Das Caritas-Krankenhaus St. Josef wirbt ab dem kommenden Jahr mit einer Prämie um neue Pflegekräfte. Mitarbeiter, die qualifizierte Bewerber empfehlen, erhalten 4.000 Euro - vorausgesetzt, es klappt mit der Neueinstellung. So geworbene Kräfte erhalten die gleiche Summe: 2.000 Euro sofort, weitere 2.000 in den nächsten zwei Jahren.

Belastung des Pflegepersonals reduzieren

Das Regensburger St. Josefs-Krankenhaus will die Belastung der Mitarbeiter durch zusätzliches Personal reduzieren und die Versorgung der Patienten verbessern.

"Wenn der Bundestag das Pflegestärkungsgesetz heute so verabschiedet, wie es sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorstellt, erhalten wir zwar zusätzliche Stellen - die müssen aber erst einmal besetzt werden." Michael Frank, Pflegemanager St. Josefs-Krankenhaus in Regensburg

Keine langfristige Lösung für Personalengpässe in der Pflege

Dieses Problem ist auch aus Sicht der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) ungelöst. Der Arbeitsmarkt sei "völlig leer gefegt", erklärt die BKG. Sprecher Eduard Fuchshuber betrachtet Anwerbeaktionen wie in Regensburg mit gemischten Gefühlen. Der Personalmarkt in der Pflege sei sehr häufig regional.

Ein Krankenhaus könne mit solchen Prämien anderen Häusern in der Nähe Personal abwerben: "Das kann eine fragwürdige Entwicklung in Gang setzen. Eine langfristige Lösung für Personalengpässe bietet das aber nicht", sagt Fuchshuber.