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Wegen der Corona-Gefahr bitten Pflegeheime die Angehörigen, Heimbewohner an Weihnachten nicht nach Hause zu holen.

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    Pflegeheime appellieren: Bewohner zu Weihnachten nicht abholen!

    Mit Sorge blicken Pflegeheime im Landkreis Würzburg auf die kommenden Feiertage. Die verschärften Besucherregeln könnten Angehörige dazu animieren, Bewohner an Weihnachten in die Familie zu holen. Hier sehen die Heime ein großes Corona-Risiko.

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    Von
    • Albrecht Rauh

    Wegen der aktuell hohen Infektionszahlen müssen Besucher neuerdings einen negativen Corona-Test vorweisen, ehe sie ihre Angehörigen im Pflegeheim besuchen können. Das ist umständlich und könnte die Menschen dazu animieren, Heimbewohner stattdessen an Weihnachten in die Familie zu holen. Davor warnt Eva von Vietinghoff-Scheel eindringlich. Sie leitet das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg und ist für sieben Pflegeeinrichtungen mit rund 430 Bewohnern verantwortlich.

    Appell an die Angehörigen

    Das Problem sieht Eva von Vietinghoff-Scheel darin, dass bei der Rückkehr in die Einrichtung weder Test noch Quarantäne vorgeschrieben sind. "Wir haben nicht die Möglichkeit, verpflichtend eine Quarantäne vorzusehen. Wir appellieren, möglichst das Abholen von Bewohnern nicht zu machen. Die Gefahr ist einfach viel zu groß", sagt sie. Es sei nicht nachvollziehbar, zu wem die Senioren während der Feiertage Kontakt hatten.

    Bisher Erreichtes steht auf dem Spiel

    In den sieben Pflegeeinrichtungen des Kommunalunternehmens gab es seit Beginn der Pandemie nur fünf Corona-Fälle unter den Bewohnern sowie 15 Fälle beim Pflegepersonal. Bisher sei man glimpflich durch die Pandemie gekommen, so Eva Vietinghoff-Scheel. Das habe man nur dadurch geschafft, dass bei den Bewohnern regelmäßig sogenannte PCR-Tests durchgeführt wurden. Diese PCR-Tests gewährleisteten annähernd 100 Prozent Sicherheit. Seit November würden aber nur noch Schnelltests bei den Bewohnern finanziert, und die seien ihrer Ansicht nach nicht zuverlässig genug.

    Kritik am Gesundheitsministerium

    Eva von Vietinghoff-Scheel beklagt auch die mangelhafte Kommunikation zwischen Pflegeeinrichtungen und Politik in Sachen Corona-Schutzmaßnahmen. "Wir haben schon mehrmals beim Gesundheitsministerium in München angeregt, dass wir einfach mal gefragt werden. Da wurde uns gesagt, dass das eine gute Idee sei, aber erfolgt ist es leider nicht." Die neue Regel, dass jeder Besucher einen negativen Corona-Test vorweisen muss, hält sie zumindest in ihren Einrichtungen für praxisfern.

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