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Pfingstferien: Bayerns Hotels standen nahezu leer | BR24

© picture alliance/DUMONT Bildarchiv

Auch zu Pfingsten sind Hotelgäste in Bayern ausgeblieben. Eine Umfrage des Branchenverbandes DEHOGA zeigt die dramatischen Zahlen auf.

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    Pfingstferien: Bayerns Hotels standen nahezu leer

    Trotz der Corona-Lockerungen: Auch an Pfingsten sind in Bayern Hotelgäste ausgeblieben. Eine Umfrage des Branchenverbandes Dehoga zeigt die dramatische Situation. Hoteliers schauen nun auf den Sommer – doch die Zahlen geben keinen Grund zur Hoffnung.

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    Das Kaiserin Elisabeth in Feldafing dürfte in den Pfingstferien eine der großen Ausnahmen gewesen sein - es war nämlich nahezu ausgebucht. Im riesigen Hotelpark blühen die Rosen und wo einst die Kaiserin weilte, sitzt nun die 79-jährige Hotelinhaberin Evelyn Borchart und freut sich über ihre treuen Gäste: "Schon am ersten Wochenende, an dem man öffnen durfte, hatten wir 100 Übernachtungen." Ähnlich gut läuft es derzeit nur für die Vermieter von Ferienwohnungen.

    Leere Hotelzimmer zu Pfingsten

    Von so vielen Gästen konnten die meisten Hotels in Bayern nur träumen. Aus welchen Gründen auch immer, ihre Hotels blieben fast leer. Jürgen Reif vom St. Georg in Bad Aibling zum Beispiel kann nichts Positives vermelden: "Es geschah das Gegenteil dessen, was wir erwartet hatten, als der Herr Söder verkündet hat, dass die Hotels wieder aufmachen dürfen. Da hat es in der Woche nur Stornierungen gehagelt."

    Am Pfingstsamstag seien nur drei Zimmer von 220 belegt gewesen, am Sonntag elf Zimmer. Pfingsten sei damit "richtig ins Wasser gefallen". Reifs Hotel sei zu Pfingsten sonst voll mit Gästen, die meisten über 60 Jahre alt sind und oft im Rahmen von Busreisen zu ihm kämen. Jürgen Reif mutmaßt, dass genau diese Risikogruppe lieber noch zuhause bleibt, als auf Reisen zu gehen – aus Vorsicht.

    Gleiches in Starnberg bei Evelyn Ofner im Hotel Sternberger See: Von ihren 38 Zimmern seien meist nur fünf bis acht Zimmer belegt gewesen: "Es war wirklich, wirklich wenig, und mit nichts vorher zu vergleichen", sagt sie. Ofner wünscht sich die Unbeschwertheit zurück, die sie und ihre Gäste vor Corona erlebt haben.

    Hotels erfüllen Corona-Hygieneregeln

    Dabei würden die Hotels die vorgeschriebenen Hygieneregeln hervorragend erfüllen, sagt der Gaststättenverband Dehoga. Mindestabstand, Desinfektion, Maskenpflicht, Kontaktzettel und statt üppiger Selbstbedienungsbüffets gibt es Bedienbüffets. Wahlweise können die Gäste direkt am Tisch bestellen. Und trotzdem: Die Gäste blieben aus.

    Dehoga-Umfrage zeigt dramatische Zahlen auf

    Der Geschäftsführer des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Thomas Geppert, kann das bestätigen. Die jüngste Umfrage der Dehoga unter 1.500 bayerischen Hoteliers zeigt, dass jeder Dritte von ihnen nur zehn Prozent des Vorjahres-Umsatzes erwirtschaften konnte, jeder zweite nur 25 Prozent.

    Warum die Hotelgäste in Bayern ausblieben

    Geppert macht mehrere Faktoren für das Ausbleiben der Hotelgäste verantwortlich: Wichtige Dienstleistungen wie Wellness- und Spa-Bereiche hätten noch nicht wieder geöffnet. Denn "gerade, wenn das Wetter schlecht ist, möchten Gäste in Swimming-Pools gehen oder in die Sauna, und das ging an Pfingsten bei uns in Bayern alles noch nicht". Aber auch Tagungen fänden nicht statt, in den Städten sei es einfach zu ruhig.

    Hoteliers hoffen im Sommer auf Solidarität der Deutschen

    Ab kommendem Montag dürfen die Hotels ihre Wellnessbereiche aber wieder öffnen und Saunen betreiben, die mehr als 60 Grad heiß werden. Die Branche hofft nun, dass so wieder mehr Erholungssuchende kommen – und sie hofft händeringend auf Solidarität. Urlaub daheim statt im Ausland oder in anderen Bundesländern – das wünschen sich alle. Denn die Buchungen für den Sommer gehen nur spärlich ein.

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