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Pfeift das Münchner Finanzamt auf den Mietspiegel? | BR24

© picture-alliance/dpa; Armin Weigel dpa/lby

Wappen mit dem Schriftzug vom Finanzamt

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    Pfeift das Münchner Finanzamt auf den Mietspiegel?

    Die Münchner Mieten sind die höchsten in Deutschland. Wenn es nach dem Münchner Finanzamt geht, müsste die Miete noch höher sein als der Münchner Mietspiegel. Dem BR liegt ein Fall vor, in dem ein maßvoller Vermieter regelrecht abgestraft wurde.

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    Der Münchner Vermieter hat seine Wohnung im Stadtteil Milbertshofen für hiesige Verhältnisse günstig vermietet und dabei den Mietspiegel ausdrücklich beachtet, nämlich 11 € pro Quadratmeter. Doch dann kommt die Nachricht vom Finanzamt: In dem Stadtviertel liegen die ortsüblichen Mieten noch deutlich über dem Mietspiegel, nämlich bei 20 € pro Quadratmeter. Er hätte darum auch mehr Miete verlangen müssen und dann auch mehr Steuern zahlen. Deshalb hat das Finanzamt die Einkommenssteuererklärung nicht anerkannt und die Abschreibungsmöglichkeiten werden gekürzt. Bei den Berechnungen des Finanzamtes spielt der Mietspiegel also offenbar keine Rolle. Der Fall ist keine Ausnahme, heißt es im Haus- und Grundbesitzerverein.

    "Wer sich als Vermieter brav bei der Neuvermietung an den Mietspiegel hält, was er eigentlich muss, der muss damit rechnen, dass die Finanzverwaltung sagt, die verlangte Miete ist zu billig und erkennt ihm seine Werbungskosten, das heißt seine Schuldzinsen und Reparaturkosten nicht mehr in vollem Umfang an." Rudolf Stürzer vom Haus- und Grundbesitzerverein

    Im Fall in München-Milbertshofen werden dem Vermieter knapp 40 Prozent der Werbungskosten gestrichen. Damit handelt das Finanzamt laut Münchner Mieterverein, denn das Amt müsse sich bei seinen Berechnungen an den Mietspiegel halten. Inzwischen beschäftigt der Mietspiegel das Bayerische Verwaltungsgericht München.

    "Die Finanzämter müssen davon ausgehen.Und das ist ja in München passiert. Und deshalb ist es so, dass die Finanzämter sich daran zu halten haben." Volker Rastetter, Rechtsexperte vom Mieterverein München

    Von
    • Anja Salewsky
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