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Eklat zwischen Pfarrer und Frauen von "Maria 2.0" | BR24

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Bei einem Gottesdienst zu "Mariä Himmelfahrt" ist es in Forst im Landkreis Schweinfurt zu einem Eklat gekommen. Mitstreiterinnen der Aktion "Maria 2.0" wollten eine ihrer Aktionen erklären. Der Pfarrer forderte sie auf, die Kirche zu verlassen.

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Eklat zwischen Pfarrer und Frauen von "Maria 2.0"

Bei einem Gottesdienst zu "Mariä Himmelfahrt" ist es in Forst im Landkreis Schweinfurt zu einem Eklat gekommen. Mitstreiterinnen der Aktion "Maria 2.0" wollten eine ihrer Aktionen erklären. Der Pfarrer forderte sie auf, die Kirche zu verlassen.

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"Raus hier, Sie haben hier nichts zu suchen" – mit diesen Worten soll ein Pfarrer in der katholischen Kirche in Forst bei Schonungen (Lkr. Schweinfurt) Frauen der Kirche verwiesen haben. Bei dem Vorabendgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt hatten Teilnehmerinnen der Frauenbewegung "Maria 2.0" eine ihrer Aktionen erklären wollen. Sie hatten Ende Mai bei einer Andacht einer Marienstatue einen weißen Schal umgelegt. Das führte zu Diskussionen in der Pfarrgemeinde. Nun wollten die Frauen die Aktion noch einmal einordnen. Daraufhin kam es zu erneuten Meinungsverschiedenheiten zwischen Pfarrer, Frauen und Gemeinde. Der Gottesdienst fiel aus.

💡 Wer ist "Maria 2.0?"

Bei der Initiative "Maria 2.0" richten sich Frauen gegen die augenblicklichen Machtstrukturen in der Kirche. Sie fordern den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, außerdem die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine umfassende Aufklärung der sexuellen Missbrauchsfälle.

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Bei einem Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt ist es in Forst im Landkreis Schweinfurt zu einem Eklat gekommen. Der Pfarrer brach wegen Reformerinnen der Bewegung "Maria 2.0" die Messe ab.

Pfarrer soll wutentbrannt auf Frauen zugestürmt sein

Wie Gabi Gressel, Vorsitzende des örtlichen Katholischen Frauenbundes, sagt, wollte sie vor Beginn des Gottesdienstes am Ambo der Kirche ihre damalige Aktion erklären. Sie und einige Mitstreiterinnen von "Maria 2.0" hatten der Marienstatue den Schal vor einigen Wochen umgehängt. Die Frauen waren weiß gekleidet im Gottesdienst erschienen. Weiße Tücher, Schals oder Kleidung sind ein Erkennungszeichen der "Maria 2.0"-Aktionen.

Gabi Gressel und ihr Mann Rainer sagen, Pfarrer Andreas Heck sei daraufhin wutentbrannt auf die Frauen zugestürmt und hätte die Frauen vom Gottesdienst ausgeschlossen. Der Pfarrer habe Gabi Gressel ihr Manuskript aus der Hand gerissen, zerknüllt und unter eine Kirchenbank geworfen. Gressel habe sich ihr Manuskript zurückgeholt, wieder entfaltet und zu Ende vorgetragen.

Kirchenbesucher verlassen Gottesdienst

Während einige Kirchenbesucher dann die Kirche verlassen hätten, seien die Frauen vom Katholischen Frauenbund geblieben, schildert das Ehepaar den Vorfall. Der Pfarrer habe daraufhin den Gottesdienst ausfallen lassen.

"Es war eine Vorstellung, wie man es sich nicht vorstellen kann," sagt Rainer Gressel. Gabi Gressel kümmert sich regelmäßig um den Kirchenschmuck. Sie sagt: "Das müssen wir uns nicht gefallen lassen, das ist nicht im Sinne von 'Maria 2.0'. Ich wollte Stellung beziehen." Gressel ist seit fast 50 Jahren der Organist der Kirche. Er spielt nun zunächst nicht mehr. Er erwartet, dass der Pfarrer auf die Frauen zugeht.

Pfarrer hat sich überrumpelt gefühlt

Pfarrer Andreas Heck habe sich Medienberichten zu Folge von der Kundgebung der Frauen im Gottesdienst überrumpelt gefühlt. Mit ihm habe vorher niemand gesprochen. Die Frauen hätten lediglich Unruhe stiften wollen und das müsse er sich nicht gefallen lassen, wird er zitiert. Dennoch tue ihm der Vorfall leid. Heck ist nun für fünf Wochen im Urlaub.