Der frühere evangelische Pfarrer aus Schwürbitz im Landkreis Lichtenfels, wird nach einem rechtskräftigen Gerichtsurteil gegen ihn auch aus dem kirchlichen Dienst entlassen.
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Der frühere Pfarrer aus Schwürbitz im Landkreis Lichtenfels, wird nach einem rechtskräftigen Gerichtsurteil aus dem kirchlichen Dienst entlassen.

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Pfarrer wegen Kinderpornografie aus Kirchendienst entlassen

Vor Gericht ist ein früherer Pfarrer aus Oberfranken bereits rechtskräftig verurteilt worden. Der Grund: Besitz von Kinderpornographie. Jetzt wird der Mann auch aus dem Kirchendienst entlassen. In der Gemeinde zeigt man sich erleichtert.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Der frühere evangelische Pfarrer aus Schwürbitz im Landkreis Lichtenfels, wird nach einem rechtskräftigen Gerichtsurteil gegen ihn auch aus dem kirchlichen Dienst entlassen.

Wie das evangelische Dekanat Michelau, zu dem Schwürbitz gehört, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag auf Anfrage mitteilte, wurde der frühere Pfarrer am 29. Juni vom Amtsgericht Lichtenfels wegen des Besitzes kinderpornografischer Inhalte zu der laut Gesetz vorgesehenen Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist nach Ablauf der Einspruchsfrist von zwei Wochen inzwischen rechtskräftig geworden.

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Pfarrer wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt

Laut Pfarrerdienstgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) müssen Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem kirchlichen Dienst entlassen werden, wenn sie in ordentlichen Strafverfahren wegen einer vorsätzlichen Tat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden sind - ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, spielt keine Rolle. Ebenfalls zu entlassen sind Pfarrpersonen, wenn sie wegen einer Straftat rechtskräftig verurteilt worden sind, die nach dem Achten Buch des Sozialgesetzbuches zu einem Ausschluss von Aufgaben in der Kinder- und Jugendhilfe führt. Auch dies wäre im konkreten Fall gegeben.

Dekanin zeigt sich "erschüttert" über die Vorfälle

Die Behörden hatten seit Jahresbeginn 2022 gegen den Mann ermittelt, seit Anfang März vergangenen Jahres durfte er keine Dienstaufgaben mehr in der Pfarrei Michelau wahrnehmen. Im September 2022 habe er bereits seinen früheren Dienstort Schwürbitz verlassen. Die Michelauer Dekanin Stefanie Ott-Frühwald sagte, sie sei "ausgesprochen erschüttert" über die Vorfälle. Sie bedauerte zudem, "dass mir aus rechtlichen Gründen eine frühere Information an die Kirchenvorstände nicht möglich war".

Nach epd-Informationen hat der Pfarrer in seiner Heimatgemeinde aber keine kinderpornografischen Inhalte selbst angefertigt. Der Interimspfarrer in der Pfarrei Michelau, Jürgen Harder, zeigte sich "trotz der erschreckenden Nachricht erleichtert". Denn die vorliegenden Informationen ermöglichten jetzt wieder "eine sachliche und konstruktive Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in Schwürbitz, in der Pfarrei und im Dekanat".

Mit Informationen von epd.

Im Video: Polizisten leiden unter Kinderpornografie-Ermittlung

Johannes P. IT-Forensiker Zentrale Cybercrimestelle Bamberg.
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Polizisten leiden unter Kinderpornografie-Ermittlung

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