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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Auf das Kirchenasyl können sich Kirchengemeinden berufen, um Menschen zu schützen, denen unter anderem eine Abschiebung droht. (Symbolbild)

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Pfarrer-Ehepaar aus Hallstadt wegen Kirchenasyl vor Gericht

Eine Mahnwache soll auf den Gerichtstermin für zwei Pfarrer aufmerksam machen. Die beiden hatten einer Frau Kirchenasyl gewährt, der eine Abschiebung drohte. Wegen ähnlicher Fälle sitzt eine Äbtissin aus dem Raum Bamberg womöglich bald im Gefängnis.

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Von
  • Lasse Berger

Weil ein Pfarrer-Ehepaar wegen gewährtem Kirchenasyl vor Gericht soll, ist am Montag um 18 Uhr eine Solidaritätsmahnwache in Hallstadt im Landkreis Bamberg geplant. Das Ehepaar habe 2020 einer Frau Kirchenasyl gestattet, heißt es von der Koordinierungsstelle für die Flüchtlingsbegleitung im Dekanatsbezirk Bamberg.

Hallstadt: Pfarrer gewähren Iranerin Kirchenasyl

Die junge Iranerin hätte nach Kroatien abgeschoben werden sollen, wodurch sie erneut von ihrem Ehemann getrennt worden wäre. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge habe die Ehedokumente der beiden jedoch nicht anerkennen wollen, so die Koordinierungsstelle Flüchtlingsarbeit weiter. Weil Pfarrerin Susanne Wittmann-Schlechtweg und Pfarrer Andreas Schlechtweg der Frau dennoch Kirchenasyl gewährten, ist für den 26. August eine Verhandlung beim Amtsgericht Bamberg angesetzt.

Mutter Mechthild hat sich für Mahnwache angekündigt

Die Veranstaltung vor der evangelischen Johanneskirche in Hallstadt wird von der "Bamberger Mahnwache Asyl" organisiert. Die Vereinigung setzt sich seit mehr als vier Jahren für faire Asylverfahren und eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik ein. Neben dem fränkischen Liedermacher Wolfgang Buck hat sich unter anderem auch Mutter Mechthild von der Abtei Maria Frieden angekündigt.

Der Benediktinerin aus Kirchschletten im Landkreis Bamberg droht eine Gefängnisstrafe, weil sie regelmäßig Flüchtlinge bei sich im Kloster aufnimmt und ihnen Kirchenasyl gewährt. Die 63-Jährige war deshalb mit dem Göttinger Friedenspreis 2021 ausgezeichnet worden.

Kirchenasyl: Der letzte Versuch, Geflüchteten zu helfen

Auf das Kirchenasyl berufen sich Kirchengemeinden, um Menschen zu schützen, denen unter anderem eine Abschiebung droht. Kirchenasyl ist oft ein letzter Versuch, Flüchtlingen durch zeitlich befristeten Schutz beizustehen. Dadurch soll eine erneute Überprüfung ihres Schutzbegehrens angestrebt werden.

Gerichtsverfahren gegen Pfarrer und Ordensleute, die Kirchenasyl gewähren, würden derzeit nur in Bayern eingeleitet, heißt es von der Koordinierungsstelle Flüchtlingsarbeit im Dekanatsbezirk Bamberg.

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