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Pfand auf Pizzakartons? Corona und die Folgen für die Umwelt | BR24

© BR/ Hermann Scholz

Müll liegt neben einem Abfalleimer in Nürnberg.

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    Pfand auf Pizzakartons? Corona und die Folgen für die Umwelt

    Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben Auswirkungen auf die Umwelt – womöglich auch langfristig. Viele Städte klagen über Berge von To-go-Verpackungen in öffentlichen Abfalleimern. Nürnbergs Bürgermeister fordert eine radikale Lösung.

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    Von
    • Hermann Scholz

    Im Frühjahr, als Restaurants und Gaststätten geschlossen waren, habe sich das Müllaufkommen in den öffentlichen Abfalleimern verdoppelt, schätzt die Stadt Ingolstadt. In Regensburg wurden 40 zusätzliche Abfalleimer aufgestellt und jede Woche 260 Müllsäcke mehr entsorgt – hauptsächlich wegen der To-go-Verpackungen.

    Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel (SPD) sieht nicht ein, dass die Kosten an seiner Stadt hängen bleiben sollen. Er fordert, über eine Pfandpflicht für Pizzakartons nachzudenken. "Da reden wir nicht von 50 Cent, sondern da reden wir aus meiner festen Überzeugung über fünf Euro aufwärts", so Vogel. "Es muss also schon auch merkbar sein, dass man den Karton auch wieder zurückgibt. Er soll dann auch nicht wiederverwertet werden, sondern er soll dem normalen Abfall zugeführt werden."

    Homeoffice statt Dauerstau

    Dass die Corona-Maßnahmen mit ein Faktor waren, weshalb Deutschland 2020 seine Klimaziele erreicht hat, ist bekannt. Der Rückgang beim Verkehr war teils drastisch: Die bayerischen Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen meldeten bis September einen Rückgang der Passagiere um fast dreiviertel, auch der Autoverkehr ging zumindest im März und April drastisch zurück.

    "Wenn wir davon ausgehen, dass wir zukünftig auch auf den Straßen weniger Verkehr haben, dann macht es überhaupt keinen Sinn das zur Verfügung stehende Geld noch in X Milliarden-Investitionen, in unwahrscheinlich überdimensionierte Aus- und Neubauvorhaben zu stecken", meint Thomas Frey vom Bund Naturschutz Bayern. "Sondern wir müssen uns überlegen: Wo ist dieses Geld sinnvoll eingesetzt? Und wenn ich mir anschaue, wie die Situation gerade im ÖPNV, im Bahnverkehr ist, dann ist da eigentlich das Geld notwendig."

    Frey vermutet, dass die Menschen in Bayern auch künftig viel mehr von Zuhause aus arbeiten werden. Der Autoverkehr würde somit auf Dauer weniger wichtig. Gerade wird über den Plan für den Ausbau der Bayerischen Staatsstraßen diskutiert - Zeit für eine Verkehrswende, so Frey.

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