Autobahn und Tunneleinfahrt bei Regensburg

Luftbild der Einfahrt des Pfaffensteiner Tunnels auf der A93 bei Regensburg

Bildrechte: Autobahn Südbayern/Felix Bonn
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    Pfaffensteiner Tunnel: Reaktionen auf Sanierungspläne

    Pfaffensteiner Tunnel: Reaktionen auf Sanierungspläne

    Die Entscheidung steht: Es wird keine dritte Tunnel-Röhre für den A93-Tunnel bei Regensburg geben. Kritiker der Entscheidung befürchten in der Bauphase nun ein Verkehrschaos für die ganze Region. Doch es gibt auch Zustimmung.

    Der Pfaffensteiner Tunnel bei Regensburg ist ein Nadelöhr für den Nord-Süd-Verkehr auf der A93 durch die Oberpfalz. Und jetzt muss er saniert werden.

    Wunsch nach dritter Röhre wird nicht erfüllt

    Zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium hat die Autobahn GmbH Südbayern entschieden, die beiden bestehenden Tunnelröhren auszubauen und keine dritte Röhre zu bohren. Das war aber von einem breiten Bündnis gefordert worden. Parteiübergreifend hatten bereits 2020 Vertreter der Oberpfälzer Politik und Wirtschaft eine entsprechende Resolution an das Verkehrsministerium in Berlin übergeben. Die Hoffnung: Durch den Neubau einer Röhre könne während der Bauphase der Verkehr weitgehend normal fließen. Zu den Unterzeichnern zählten neben CSU- und SPD-Bundestagsabgeordneten auch Regensburgs SPD-Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Regensburgs Landrätin Tanja Schweiger von den Freien Wählern.

    Aumer: "Kann die Region nicht akzeptieren"

    In einer ersten Stellungnahme auf die Entscheidung sprach der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Aumer von "einem schwarzen Tag“ für die Region. Die gewählte Variante bringe zwar langfristig eine Verbesserung der Verkehrssituation, in der Bauphase befürchtet Aumer aber nun ein mindestens fünf Jahre dauerndes Verkehrschaos für ganz Ostbayern. Dieses würden die Verantwortlichen mit der Entscheidung gegen die den Bau einer weiteren Röhre bewusst in Kauf nehmen. "Das kann die Region aus meiner Sicht nicht akzeptieren", so Aumer. "Die Region muss jetzt klar sagen, so geht es mit uns nicht."

    Wirtschaft sieht "schwierige Zeiten" für Pendler

    Auch die Industrie und Handelskammer (IHK) in der Region kritisiert die Entscheidung in einer Stellungnahme. Der Großraum Regensburg blicke bei der Mobilität schwierigen Zeiten entgegen, heißt es darin. "Das heutige Gutachten des Bundes gegen den Bau einer dritten Röhre am Pfaffensteiner Tunnel entlang der A93 ist eine schlechte Nachricht für viele tausende Pendler und Betriebe weit über die Regensburger Stadtgrenzen hinaus", so Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim. Der Pfaffensteiner Tunnel sei in einer Unternehmensbefragung als größte Engstelle im Großraum Regensburg bewertet worden. "Wir befürchten, dass sich die angespannte Situation während der Bauzeit nochmal drastisch verschärfen wird", so Helmes, den aber zumindest der positive Verlauf des derzeit laufenden A3-Ausbaus im Süden der Stadt hoffnungsvoll stimmt.

    Entscheidung trifft auch auf Zustimmung

    Positiv bewerten die Entscheidung dagegen die Bundestagsabgeordneten Carolin Wagner (SPD) und Stefan Schmidt (Grüne). Es sei die Variante mit dem geringsten Eingriff in das Landschaftsbild und die Natur, sagte Wagner nach der Vorstellung der Pläne. "Im Ergebnis bringt das genau was wir wollen: Größere Sicherheit und eine Entlastung im Bereich des Tunnels."

    Auch Stefan Schmidt lobte die Entscheidung, keine dritte Tunnelröhre zu bauen. Die Autobahn GmbH und der Bund hatte diese Variante vor allem wegen der zu erwartenden langen Planungs- und Bauzeit von über 20 Jahren verworfen. So lange könne die Sanierung der bestehenden Röhren nicht aufgeschoben werden, sagte ein Vertreter der Autobahn GmbH.

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