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Petition gegen Piazolo-Pläne sammelt über 46.000 Unterschriften | BR24

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Über 46.000 Menschen haben sich bereits eingetragen. Ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Würzburg hat eine Petition gegen die Neuregelungen der Arbeitsbedingungen an Grund- und Mittelschulen gestartet.

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Petition gegen Piazolo-Pläne sammelt über 46.000 Unterschriften

Ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Würzburg hat eine Petition gegen die Neuregelungen der Arbeitsbedingungen an Grund- und Mittelschulen gestartet. Über 46.000 Menschen haben sich bereits eingetragen. Jetzt steht die Petition kurz vor ihrem Ziel.

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Wie viele Menschen unterschrieben haben, darüber ist der 19 Jahre alte Jonas selbst überrascht. Vor einigen Wochen hat er eine Petition gestartet: "Gegen die Neuregelung der Arbeitsbedingungen für Grund-/Mittelschullehrer". 46.000 Menschen haben sie bereits unterzeichnet. 50.000 sollen es werden.

19-Jähriger startet Online-Petition

"Ich hätte niemals gedacht, dass es so weit kommt", sagt Jonas. Er stammt aus dem Landkreis Würzburg. Seinen vollen Namen möchte er derzeit allerdings noch nicht öffentlich machen. Jonas' Mutter arbeitet als Grundschullehrerin. Die Petition hat er gestartet, als er von den Plänen des Kultusministers Michael Piazolo (Freie Wähler) gehört hat. Der will den Lehrermangel an Grund-, Mittel- und Förderschulen mildern. Deshalb sollen zum Beispiel Grundschullehrer, die in Vollzeit arbeiten, im Rahmen eines Arbeitszeitkontos für einige Jahre eine Stunde pro Woche mehr unterrichten. Teilzeitler müssen aufstocken, vorzeitigen Ruhestand soll es frühestens mit 65 Jahren geben. Auch Sabbatjahre werden gestrichen.

In ganz Bayern protestieren Lehrer

Dagegen formiert sich derzeit vielerorts in Bayern Protest. Erst kürzlich haben 600 Pädagogen in Augsburg gegen die Pläne des Kultusministers demonstriert. Wenige Tage davor protestierten 2.000 Teilnehmer in Nürnberg, in Würzburg kamen 500 Menschen zu einer Demonstration auf dem Marktplatz zusammen. Die Bildungsgewerkschaft GEW hat außerdem dazu aufgerufen, Protest-Postkarten an den Kultusminister zu schreiben.

Kultusminister: Maßnahmen sind erforderlich

Laut Kultusminister Michael Piazolo hätte es vergleichbare Maßnahmen in der Vergangenheit bereits an anderen Schularten gegeben: "Es hat sich bewährt. Aber es ist auch verständlich, dass das die Lehrerinnen und Lehrer als eine zusätzliche Belastung empfinden." Trotzdem sei die Neuregelung zum kommenden Schuljahr notwendig. Andernfalls würden im kommenden Schuljahr 1.400 sogenannte Vollzeitkapazitäten an Grund-, Mittel- und Förderschule fehlen.

Initiator: Lehrer haben mehr Wertschätzung verdient

Initiator Jonas ärgert sich auch darüber, dass nun ausgerechnet Lehrer an Grund- und Mittelschulen von den Maßnahmen betroffen sind. Die müssten wöchentlich nämlich sowieso schon mehr unterrichten als Lehrer an anderen Schulen. "Es soll aber kein Seitenhieb an Real- oder Gymnasiallehrer sein", sagt der 19-Jährige. Es gehe ihm generell darum darauf hinzuweisen, dass Lehrer oftmals nicht die Wertschätzung erfahren, die ihnen zustünde.

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