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Personalproblem: In Zwiesel geht erneut ein führender Beamter | BR24

© BR/Renate Roßberger

Das Rathaus von Zwiesel

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    Personalproblem: In Zwiesel geht erneut ein führender Beamter

    Es kehrt keine Ruhe ein im Rathaus von Zwiesel. Schon wieder hört ein führender Beamter auf. Der Bürgermeister spricht von normalen Vorgängen, der Stadtrat übt Kritik.

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    Im Rathaus von Zwiesel hört erneut ein führender Beamter auf. Der Leiter des Hauptamts Andreas Hoidn, der 2013 bei der Stadt als stellvertretender Kämmerer begonnen hat und 2018 zum geschäftsleitenden Beamten wurde, hat gekündigt. Das hat Hoidn heute dem BR auf Nachfrage bestätigt. Er wechselt in die Nachbargemeinde Langdorf.

    Kündigungsgrund wird nicht genannt

    Über die Gründe für seine Kündigung wollte der 31-Jährige nichts sagen, ebenso wenig zum genauen Termin seines Wechsels. Auch Bürgermeister Franz Xaver Steininger wollte sich dazu nicht äußern. Er bedauere den Weggang, so Steininger schriftlich auf Nachfrage, zumal man in der Stadtverwaltung die Fluktuationsrate "angemessen tief" halten wolle. Aber wer heute gut ausgebildet sei, könne sich eben aussuchen, wo und wie er arbeiten wolle. "Die Austrittsmotive von Beschäftigten sind so vielschichtig wie die einzelnen Persönlichkeiten", so Steininger. Das gelte auch für die vergangenen Personalwechsel im Ordnungsamt und in der Kämmerei. Die "angespannte Personallage" sei in Zwiesel "nicht schlechter oder besser als bei anderen Kommunen im Landkreis" oder in Firmen.

    Stadtrat übt Kritik an Bürgermeister

    Im Zwieseler Stadtrat sorgt die Kündigung allerdings für erneute Kritik am Bürgermeister, dem einige Stadträte seit längerem einen schlechten Umgang mit dem Personal vorwerfen. Der geschäftsleitende Beamte sei vom Bürgermeister nicht genügend in Entscheidungen eingebunden worden. Es habe an Wertschätzung für die Arbeit des Beamten und an Kommunikation gefehlt, sagt zum Beispiel CSU-Fraktionsführer Walter Unnasch. "Ich bedauere den Weggang eines jungen, leistungswilligen und teamfähigen Mitarbeiters". Ähnlich äußerte sich der Grünen-Stadtrat Jens Schlüter. "Die Personalproblematik im Zwiesler Rathaus spitzt sich zu," sagte er heute dem BR.

    Wichtige Stellen unbesetzt

    Die Stadt sei bald nicht mehr handlungsfähig, weil an vielen wichtigen Stellen, zum Beispiel im Bauamt, Personal fehle, krankgeschrieben sei oder gekündigt habe. Erst vor knapp zwei Monaten hatte es Streit zwischen Stadtrat und Bürgermeister gegeben, weil der langjährige Stadtkämmerer gekündigt hatte. Das Landratsamt Regen hatte damals angekündigt, den Personalstand im Zwiesler Rathaus offiziell überprüfen zu wollen.