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Die Essbar in Pfarrkirchen im Landkreis Rottal-Inn kann wegen Personalmangel nicht öffnen.

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    Personalmangel: Wirtin in Pfarrkirchen kann nicht öffnen

    Die Gaststätten und Restaurants dürfen seit einigen Wochen wieder öffnen. Doch es gibt ein Problem: Es fehlt an Personal. In Pfarrkirchen geht dies sogar soweit, dass ein neues Restaurant erst gar nicht öffnen kann.

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    Von
    • Christina Schmitt

    Die Gaststätten und Restaurants haben wieder geöffnet - auch ohne Testpflicht. Für die Wirte könnte das Geschäft also wieder laufen - doch es gibt ein Problem: Es fehlt an Personal. Deshalb können so manche Gaststätten gar nicht öffnen, wie ein Beispiel aus Pfarrkirchen im Landkreis Rottal-Inn zeigt.

    Branche kämpft mit Personalmangel

    Die Stühle stehen verkehrt herum auf den Tischen, die Küche ist leer. Restaurantleiterin Julia Haberger und Geschäftsführer Stephan Apfelbeck sind allein im großen Gasthaus. Ihr neues Restaurant in Pfarrkrichen, die "Essbar", konnten sie immer noch nicht aufsperren. "Die Eröffnung war eigentlich zum 1. Juni geplant. Aber wir hatten zu wenig Personal", sagt die 25-jährige Julia Haberger, die bald das neue Restaurant leiten soll. Zwar haben sie mittlerweile für Ausschank und Bedienung Kräfte gefunden, doch die Küche ist immer noch nicht ausreichend besetzt. Ganz besonders fehlt eine gute Köchin oder ein Koch. Fast sieben Monate Lockdown für Hotels und Restaurants haben ihre Spuren hinterlassen: Die Branche kämpft in ganz Deutschland mit Personalmangel.

    Angst vor vierter Welle und Kurzarbeit

    Julia Haberger, die schon als Jugendliche in der Gastronomie gearbeitet hat, kennt einige Köche - doch anwerben konnte sie sie bisher nicht. "Ein Bekannter ist zur Post gewechselt. Er hat gesagt, das ist sicherer." Für viele waren Kurzarbeit und Unsicherheit der Grund, sich in einer anderen Branche einen Job zu suchen - und nun wollen sie nicht mehr zurück. "Die Gastronomie ist nicht gerade der am besten bezahlte Job - und auch die Arbeitszeit ist an Tagen, an denen andere frei haben. Das muss man mögen", sagt Julia Haberger. Geschäftsführer Stephan Apfelbeck ergänzt: "Die Leute haben auch Angst vor einer vierten Welle. Die sagen: Was, wenn es wieder einen Lockdown gibt?"

    Hohe Lohnvorstellungen der Bewerber

    Geplant haben die beiden moderne bayerische Küche - aber auch Burger und Cocktails. Damit es nicht nur bei Getränken bleibt, führen sie derzeit Bewerbungsgespräche. "Wir bezahlen mehr als andere und versuchen auch mit Freizeit zu locken, etwa alle zwei Wochenenden frei zu geben", sagt Stephan Apfelbeck. Daraufhin hätten sich bereits einige Bewerber gemeldet. Doch deren Forderungen kann und will er nicht immer erfüllen. "Einer kam neulich, der wollte ein Ingenieursgehalt - 7.500 Euro brutto." Den Bewerber hat Stephan Apfelbeck abgelehnt. Aufgeben wollen er und Restaurantleiterin Haberger trotzdem nicht - und suchen weiter. "Pfarrkirchen braucht mal wieder ein neues Lokal. A bisserl was Modernes mit deutscher Küche. Das will ich jetzt unbedingt umsetzen!", sagt Julia Haberger. Zum 1. August will sie auf jeden Fall öffnen - notfalls auch ohne Küche.

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