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Wer in Coburg einen neuen Personalausweis beantragen oder abholen möchte, muss sich in Geduld üben. Den nächsten Termin im Bürgeramt gibt es erst in sechs Wochen. Grund ist laut Stadtverwaltung unter anderem die Corona-Pandemie.

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Langes Warten auf den Personalausweis in Coburg

Wer derzeit einen neuen Personalausweis beantragen oder abholen möchte, muss sich in Geduld üben. In Coburg gibt es die nächsten Termine erst in sechs Wochen. Grund ist laut Stadtverwaltung unter anderem die Corona-Pandemie.

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Von
  • Andi Ebert

Seit Wochen warten Marianna Rasnussen und ihr Mann auf einen Termin. Die beiden wollen heiraten und brauchen dringend Dokumente, die in Coburg im Bürgerbüro abgestempelt werden müssen. Doch ein Durchkommen bei der Hotline sei unmöglich, sagt die Coburgerin: "Mein Mann ist richtig sauer, wir warten jetzt schon lange und hoffen nun endlich auf den Termin."

Um einen der begehrten Termine im Bürgerbüro der Stadt zu bekommen, kann man sich online registrieren oder bei der Hotline anrufen – doch die nächsten Termine sind erst Ende August zu bekommen.

Digitale Verwaltung in Bayern oft noch ein Fremdwort

Das bayerische Digitalgesetz sieht übrigens vor, dass alle Behördengänge künftig digital möglich sein sollen. Ab wann ist aber noch völlig offen. Derzeit liegt Deutschland bei der digitalen Verwaltung auf Platz 21 der 27 EU-Staaten. Dabei hatte der Freistaat schon Ende 2019 das 42-Millionen-Euro-Förderprogramm "Digitales Rathaus" aufgelegt.

In der Coburger Stadtverwaltung stapeln sich unterdessen mehr als 500 Personalausweise und andere Dokumente und warten auf Abholung. Die Mitarbeiterinnen kommen an ihre Grenzen. Sie müssen sich beschimpfen und beleidigen lassen, warum Bearbeitung und Terminvergabe so lange dauern: "Das sind schon sehr üble Beleidigungen, die wir da täglich hören. Wir versuchen ja alles möglich zu machen, aber irgendwann stoßen wir auch an unsere Grenzen", sagt Petra Scheidmantel. Sie sitzt am Serviceschalter der Stadt und versucht den Menschen zu helfen, sie zu beruhigen und Lösungen zu finden.

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In der Coburger Stadtverwaltung warten 500 Personalausweise und andere Dokumente auf Abholung. Die Mitarbeiterinnen kommen an ihre Grenzen.

Sitzungssaal wird in Coburg zu Passausgabestelle

Im Bürgerbüro im Coburger Rathaus herrscht akuter Platzmangel. Durch die Corona-Pandemie dürfen hier nur noch drei der sonst fünf Service-Schalter geöffnet sein. "Hinzu kommt die Zunahme an Anfragen nach neuen Personalausweisen, denn die Menschen wollen jetzt wieder vermehrt verreisen", sagt der zuständige Bürgermeister Thomas Nowak (SPD).

Im prunkvollen Sitzungssaal, der Regimentsstube, werden jetzt keine Gäste mehr empfangen, sondern Pässe ausgegeben. Zwei zusätzliche Arbeitsplätze konnten so geschaffen werden, Mitarbeiterinnen aus anderen Abteilungen helfen aus, um die Flut an Terminen zu bewältigen.

Stadt sucht nach Auswegen aus der Raumnot

Kritiker werfen der Stadtverwaltung vor, dass bereits vor der Corona-Pandemie das Bürgerbüro nur unzureichend organisiert war. Bürgermeister Thomas Nowak spricht allerdings davon, dass die Anforderungen an Datenschutz und Mindestabstände die Situation extrem verschärft hätten. In den kommenden Wochen wolle man versuchen, den Bürgerinnen und Bürgern wieder schneller einen Termin anbieten zu können, verspricht Nowak. Allerdings sei bisher noch keine Lösung für die knappen Raumkapazitäten gefunden. Auch Überlegungen, ein Gebäude in der Stadt anzumieten und das Bürgerbüro auszulagern, lägen auf dem Tisch.

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Termine erst in einigen Wochen möglich: Am Coburger Passamt stehen die Kunden solange vor verschlossener Tür.

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