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Personalabbau und mehr Geld – Warnstreiks in Unterfranken | BR24

© BR/ Norbert Steiche

Warnstreiks in Unterfranken – Protestaktion zum Beispiel in Schweinfurt

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Personalabbau und mehr Geld – Warnstreiks in Unterfranken

Beschäftigte des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Aschaffenburg sind heute zum Warnstreik aufgerufen. In Schweinfurt soll es laut IG Metall Aktionen bei Schaeffler, SKF, ZF und Bosch-Rexroth geben. Das Gesundheitswesen beteiligt sich ebenfalls.

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In Schweinfurt will die Gewerkschaft mit den Beschäftigten gegen massive Stellenabbaupläne protestieren. Weiterhin fordert sie Beschäftigungssicherung und Zukunftsperspektiven. Laut dem Schweinfurter IG Metallbevollmächtigen Peter Kippes hat sich nach Umsatzrückgängen der letzten Monate die Situation in vielen Bereichen zwischenzeitlich wieder positiv verändert.

Massiver Personalabbau in der Großindustrie

Bei SKF laufe derzeit ein Personalabbauprogramm für Angestellte, betroffen seien 300 Arbeitsplätze. Bei ZF habe das Unternehmen einen Überhang von rund 1.000 Beschäftigten errechnet. Bei Schaeffler gehe es neben Verlagerungen von rund 1.000 Arbeitsplätzen auch um die Standortschließung Eltmann. Es sei inakzeptabel, dass Unternehmen die Corona-Krise zum Anlass nehmen, um längst geplante Veränderungen in ihrer Produktions- und Vertriebsstruktur vorzunehmen. Die vorgeschobenen Gründe seien so bekannt wie einfallslos, so Kippes.

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In Schweinfurt hat die IG Metall bei Schaeffler, SKF, ZF und Bosch-Rexroth zu Streiks aufgerufen. Die Beschäftigten fürchten, dass Stellen abgebaut werden könnten.

Investition in Zukunftstechnologien

Die IG Metall fordert die Unternehmen auf, in der Krise Arbeitsplätze zu erhalten und in die Zukunftsfähigkeit der bayerischen Standorte zu investieren. Laut IG Metall müssten Unternehmen in Zukunftstechnologien oder die Qualifizierung der Beschäftigten investieren. Ein fairer Wandel sei das Gegenmodell zu den Abbauplänen und Angriffen der Arbeitgeber. In Ebern ruft die IG Metall die Mitarbeiter von FTE Valeo am Nachmittag zu einem Autokorso vom Werk durch die Stadt auf.

Tarifrunde im Öffentlichen Dienst

In Aschaffenburg ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Aschaffenburg im Rahmen der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes zum ganztägigen Warnstreik auf. Der Warnstreik endet am Mittwochfrüh, so Verdi. "Gerade noch wurde den Beschäftigten in der öffentlichen Daseinsvorsorge für ihre Leistung in der Corona-Pandemie applaudiert. Doch bei den Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber nichts mehr davon wissen – das passt nicht zusammen", kritisiert Sinan Öztürk, Bezirksgeschäftsführer Verdi Schweinfurt und für den Bundesbereich zuständig.

Kaufkraft und Konjunktur ankurbeln

Die Gewerkschaft Verdi fordert für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Außerdem erwarten die Beschäftigten Entlastung durch zusätzliche freie Tage. "Unsere Forderungen und Erwartungen sind moderat und berücksichtigen diese besondere Zeit", betont Öztürk. Entgelterhöhungen seien auch wichtig, um die Kaufkraft und damit die Konjunktur anzukurbeln. "Es wäre völlig falsch, gegen die Krise anzusparen – auch in der Tarifpolitik", sagt Öztürk.

Streik-Aktionen an unterfränkischen Krankenhäusern

An der Aktions- und Streikwoche im Gesundheits- und Sozialwesen beteiligen sich auch mehrere Kliniken in Unterfranken. Die Gewerkschaft ver.di hatte die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes dazu aufgerufen. Aktionen soll es an der Tagesklinik des Bezirks Unterfranken in Schweinfurt, am Klinikum Main-Spessart in Lohr am Main sowie einen Tag später an der Geomed Klinik in Gerolzhofen geben. Außerdem hat die Gewerkschaft zum Azubi-Streik aufgerufen. Daran seien das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau in Aschaffenburg, die Klinik Kitzinger Land in Kitzingen und ebenfalls das Klinikum Main-Spessart in Lohr beteiligt.

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