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"Perseverance": Oberfranken liefert Daten für Mars-Mission | BR24

© BR/Frankenschau

Die NASA hat eine weitere Mars-Mission gestartet. Ein Rover soll auf dem Roten Planeten Bodenproben sammeln. Eine Mission, an deren Vorbereitung auch Wissenschaftler aus Hof beteiligt sind.

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"Perseverance": Oberfranken liefert Daten für Mars-Mission

Damit die Mars-Mission der NASA ein Erfolg wird, haben auch Forscher aus Oberfranken einen Beitrag geleistet. Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt haben herausgefunden, wonach der Rover "Perseverance" suchen muss, um Spuren von Leben zu finden.

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Die US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft (NASA) will herausfinden, ob es Leben auf dem Mars gibt. Dazu hat sie ein Roboterfahrzeug, einen sogenannten Rover, auf den Roten Planeten geschickt. Der soll Bodenproben sammeln und auf Anzeichen von Leben untersuchen. An der Vorbereitung der Mission waren auch Wissenschaftler aus Hof beteiligt. Bayerns Chef-Geologe Roland Eichhorn und ein internationales Team von Wissenschaftlern haben herausgefunden, nach welchem Element der Roboter suchen muss.

Hofer Forscher liefern Daten aus dem Nördlinger Ries

Roland Eichhorn ist Geologe am Landesamt für Umwelt in Hof. Er spricht von einer besonderen Mission. Denn Bayern habe mitgeholfen, damit die jüngste Mars-Mission der NASA ein Erfolg werde. Einige Daten, die die US-Raumfahrtagentur zur Vorbereitung der Mission verwendet habe, hätten Hofer Forscher im Nördlinger Ries gewonnen und geliefert. Der Meteoritenkrater zwischen Nürnberg, München und Stuttgart biete nämlich ganz ähnliche Voraussetzungen wie der Landeort des Roboters auf dem Mars.

"Perseverance" soll im Februar 2021 auf dem Mars landen

Der Roboter mit dem Namen "Perseverance" ist am vergangenen Donnerstag von Cape Caneveral im US-Bundesstaat Florida zum Mars aufgebrochen. Der Name des Rovers bedeutet auf Deutsch soviel wie "Ausdauer". Die wird der Roboter auch benötigen. Nach Angaben der NASA soll er erst am 18. Februar 2021 auf einem ausgetrockneten See, dem Jezero Crater, auf dem Mars landen. Bis dahin muss die Sonde mit dem Rover an Bord rund 480 Millionen Kilometer zurücklegen.

Nördlinger Ries: Meteorit schlägt vor 15 Millionen Jahren ein

Einen solchen Krater gibt es auch in der Gegend um das schwäbische Nördlingen im Landkreis Donau-Ries. Er ist vor rund 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines einen Kilometer großen Asteroiden entstanden. Geologe Eichhorn sagt, dass das erste Wasser in diesem Loch genauso seifig gewesen sei, wie höchstwahrscheinlich das in dem Krater, auf dem der Mars-Rover landen will. In beiden Fällen sei Leben zunächst wohl nur in Form von unsichtbaren Bakterien vorgekommen. Und die Wissenschaftler um Eichhorn haben am Nördlinger Ries herausgefunden, wie man dieses findet: Indem man nämlich nach erhöhtem Stickstoffgehalt im Gestein sucht.

Rover "Perseverance" kann nur rund 100 Proben nehmen

Für das Gelingen der Mars-Mission könnte diese Erkenntnis aus Bayern von größter Bedeutung sein. Denn der Rover könne bei seiner Mission nur rund 100 Boden- und Gesteinsproben nehmen, sagt Eichhorn. Mehr Platz und Energie habe der Roboter nicht. Die Herausforderung sei also, von Anfang an die richtigen Proben zu finden.

Vor 50 Jahren: NASA-Astronauten trainieren im Nördlinger Ries

Die Hofer Forscher arbeiten übrigens nicht zum ersten Mal mit der NASA zusammen. Vor genau 50 Jahren, im August 1970, sei das Nördlinger Ries schon einmal mittendrin gewesen, in einem NASA-Abenteuer. Damals trainierte die Besatzung der Apollo-14-Mission im Ries, bevor sie sich auf den Weg zum Mond machte. "Alle 50 Jahre schreibt das Ries Raumfahrt-Geschichte", sagt Geologe Eichhorn.

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