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SimRa-App auf dem Handy soll das Fahrradfahren sicherer machen.

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    Per App zu mehr Sicherheit in Nürnbergs Radverkehr

    Vier von fünf Radler fühlen sich auf Nürnbergs Straßen nicht sicher. Das ist das Ergebnis des aktuellen ADFC-Fahrradklimatests. Für mehr Sicherheit könnte eine App sorgen, die gefährliche Situationen aufzeichnet.

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    Von
    • Tina Wenzel

    Robin Mannetstätter aus Nürnberg fährt jeden Tag mit dem Rad in die Arbeit und wieder zurück. Einmal quer durch die Stadt. Seit wenigen Wochen läuft dabei die SimRa-App mit. Der Name der App steht für "Sicherheit im Radverkehr". Die kostenlose App zeichnet die Route auf, und erkennt Situationen, bei denen der Radler plötzlich stark bremst oder den Lenker rumreißt. Die App setzt dann einen Marker. Im Nachgang können die Nutzer angeben, was genau passiert ist.

    App registriert Beinahe-Unfälle

    "Es geht vor allem um Beinahe-Unfälle", sagt der 30-jährige Mannetstätter. Wenn zum Beispiel der Fahrradfahrer beim Abbiegen übersehen wurde oder sich plötzlich eine Autotür öffnet. Auch wenn jemand zu knapp überholt, kann der 30-Jährige das in der App markieren. Die Daten werden anonymisiert an die Technische Universität in Berlin übermittelt, die die App entwickelt hat. Die Uni erstellt, sobald genügend Daten vorliegen, eine Karte, aus der hervorgeht, wo die Gefahrenstellen in der Stadt liegen. "Das ist eine clevere Lösung, um gefährliche Stellen aufzudecken", findet Mannetstätter, der auch beim ADFC aktiv ist.

    Mit mehr Daten für mehr Sicherheit

    Mit den Ergebnissen will sich Mannetstätter an die Stadt Nürnberg wenden. Der Leiter des Verkehrsplanungsamtes, Frank Jülich, zeigt sich aufgeschlossen. "Alle Daten sind uns herzlich willkommen, wenn sie repräsentativ sind und uns klare Erkenntnisse geben, dass an einzelnen Stellen immer die gleichen Situationen auftreten", sagt Jülich. Das Verkehrsplanungsamt kennt die Engstellen und Unfallschwerpunkte in der Stadt. Eine Karte mit Beinahe-Unfällen wäre aber neu.

    Gegenseitige Rücksicht im Straßenverkehr

    Jülich gibt aber zu bedenken, dass nicht jedes Fehlverhalten von Autofahrern planerisch gelöst werden kann. Da gehe es vor allem um gegenseitige Rücksicht auf der Straße. Unfälle, bei denen plötzlich Autotüren aufgehen, könnten aber wiederum minimiert werden, indem weniger Parkplätze an neuen Radstreifen geplant werden, sagt Jülich.

    Ausbau des Radwegenetzes

    Sichere Radwege stehen auch im Mittelpunkt des Mobilitätspakts, den die Nürnberger Stadträte Anfang des Jahres beschlossen haben. Monatelang hatte die Initiative Radentscheid darauf hingewirkt. Auch Robin Mannetstätter hatte sich dafür stark gemacht. In den kommenden Jahren sollen Radwege verbreitert und die Lücken im Radwegenetz geschlossen werden. Zudem sollen sogenannte Radvorrangrouten in der ganzen Stadt entstehen – ein Netz von 135 Kilometern Länge auf dem Radfahrer schnell durch die Stadt kommen.

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