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Penzberger Imam Idriz verurteilt Anschlag von Wien | BR24

© dpa-bildfunk

Der Penzberger Imam Idriz

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Penzberger Imam Idriz verurteilt Anschlag von Wien

Der Imam der muslimischen Gemeinde Penzberg, Benjamin Idriz, verurteilt in einer Mitteilung den Terroranschlag von Wien aufs Schärfste. Der Anschlag sei unislamisch und unmenschlich.

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Von
  • Lui Knoll
  • Birgit Grundner

Der Imam der muslimischen Gemeinde Penzberg, Benjamin Idriz, hat in einer Mitteilung den Terroranschlag von Wien aufs Schärfste verurteilt. Wörtlich schreibt er:

Weil wir Muslime sind, sind wir entsetzt über die Verbrechen, die im Namen unserer Religion in Frankreich und Österreich begangen werden, verurteilen entschieden alle abscheulichen Taten, und betrachten all das dezidiert als ebenso unislamisch wie unmenschlich!

Aufforderung sich von Hass und Gewalt zu distanzieren

In seinem Schreiben appelliert er an Muslime, besonders Imame und Jugendliche, und die Politik, Extremismus effektiv zu bekämpfen. Dazu sei es notwendig, zu differenzieren und einzuordnen, von welchen Kräften Gefahr für die Gesellschaft ausgehe. In seiner Mitteilung zitiert er Koranverse, die Gewalttätern und Mördern höchste Strafen androhen. Imam Idriz fordert alle Muslime dazu auf, sich "offensiv von religiös begründetem Hass und Gewalt zu distanzieren."

© picture-alliance/dpa

Archivbild: Charlotte Knobloch

Charlotte Knobloch: "Angriff auf die Freiheit"

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat auf den Terroranschlag in Österreichs Hauptstadt Wien mit Entsetzen reagiert. Die Bilder zeigten "eine Rohheit und eine Verachtung für menschliches Leben, die man sich kaum vorstellen kann". Der Anschlag sei ein Angriff auf die Freiheit. Die Demokratie dürfe nicht wehrlos bleiben gegenüber ihren Feinden, so Knobloch. Um gegen die Radikalisierung in unserer Mitte vorzugehen, müsse jetzt etwas geschehen. Freiheit brauche Sicherheit. Bei dem Anschlag am Montagabend sind mindestens vier Passanten getötet worden. Ein Angreifer wurde von der Polizei erschossen.

Kardinal Reinhard Marx: "Religiöse Motive für Terror missbraucht"

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat den Terroranschlag in Wien mit scharfen Worten verurteilt: Die "furchtbare und abscheuliche Tat" habe "in einer blasphemischen Weise religiöse Motive für Terror missbraucht", schreibt der Erzbischof von München und Freising in einem Brief an den Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn. "Wir dürfen nicht zulassen, dass religiös verbrämter Hass Leben und Glauben zerstört", die größte Blasphemie sei "der Missbrauch des Namen Gottes für Hass und Gewalt", so Marx. Gerade jetzt müsse man "ein Zeichen des Miteinanders und des Dialogs der Religionen setzen".

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter spricht Wienern sein Mitgefühl aus

Auch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat den Menschen in Wien nach dem gestrigen Terroranschlag sein Mitgefühl ausgesprochen. "Abermals bringt eine sinnlose und grausame Tat unbeschreibliches Leid über unschuldige Opfer und versetzt Ihre schöne und weltoffene Stadt in Angst und Schrecken – und mit ihr alle offenen Gesellschaften", so Reiter in einem Schreiben an den Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Ludwig. Zugleich wünscht Reiter den Wienern, "dass in dieser schweren Stunde nicht Hass und der Wunsch nach Vergeltung die Oberhand gewinnen mögen, sondern die Kraft zusammenzustehen und diesem Terror gemeinsam entschlossen entgegenzutreten."

© BR

Der Wahl-Wiener Pascal Rab berichtet von seinen Erlebnissen am Abend des Terroranschlags von Wien.

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