Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Penzberg: Gaffer bedrängen Ersthelfer bei laufender Reanimation | BR24

© picture alliance/Lino Mirgeler/dpa

Nach tödlichem Fahrradunfall in Penzberg: Polizei mit deutlichen Worten.

40
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Penzberg: Gaffer bedrängen Ersthelfer bei laufender Reanimation

Nach einem Sturz ist ein Fahrradfahrer in Penzberg gestorben. Während der Reanimation bedrängten Gaffer die Ersthelfer. Die örtliche Polizei spricht von unentschuldbarem Verhalten. Innenminister Herrmann kündigte härtere Strafen an.

40
Per Mail sharen
Teilen

Nach einem tödlichen Fahrradunfall am Donnerstag in Penzberg veröffentlichte die Polizei eine Pressemitteilung, in der sie deutliche Worte wählte. Der Grund waren Gaffer, die die Ersthelfer bedrängten.

Tödlicher Sturz vom Fahrrad

Am Donnerstagnachmittag war ein 67-Jahre alter Mann auf seinem E-Bike unterwegs, als er von seinem Fahrrad kippte und auf der Fahrbahn aufschlug. Trotz eines Helmes zog sich der Mann eine Kopfwunde zu und erlitt mehrere Rippenbrüche. Er blieb reglos liegen. Drei Frauen, eine davon Ärztin, die durch Zufall am Unfallort waren, begannen direkt mit der Erstversorgung. Ein weiterer Arzt, der zufällig vor Ort war, leistete ebenfalls Erste Hilfe.

Gaffer bedrängen Ersthelfer

Noch während der Erstversorgung mussten die beiden Begleiterinnen der Ärztin mehrere Gaffer davon abhalten, die Reanimation zu stören. Die Gaffer wollten nach Polizeiangaben "nah dran sein, um alles sehen zu können". Selbst Autos blieben stehen, um einen Blick auf die Unfallstelle zu bekommen. Als Konsequenz spannten die beiden Frauen eine Rettungsdecke, um den Gaffern die Sicht zu versperren.

Der verletzte Fahrradfahrer wurde im Anschluss in das Krankenhaus Bad Tölz gefahren, wo er verstarb. Eine Vorerkrankung scheint sowohl der Grund für den Sturz, als auch für das Ableben des Mannes zu sein.

Drastische Worte zu Gaffern

Für das Verhalten der Gaffer findet die Polizei drastische Worte: "Entschuldigen kann man einen solchen Umstand nicht", stellte Ingo Hübner von der Polizei Penzberg in einer Pressemitteilung klar. Hübner erinnerte daran, dass das Behindern von Einsatzkräften kein Kavaliersdelikt sei. Gaffen kann als Straftat gewertet werden, sowohl das Blockieren von Einsatzkräften, als auch das Anfertigen von Aufnahmen Verletzter oder Getöteter. Derzeit können Bußgelder von mehreren hundert Euro erhoben werden.

Bereits Anfang September hatte das Bundesjustizministerium Nachbesserungen angekündigt. Laut einem Gesetzentwurf sollen künftig höhere Geldbußen drohen oder gar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren möglich werden.

Herrmann: "Harte Strafen für Gaffer"

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellte klar, dass diese Personen "hart bestraft" werden müssen. Noch am Samstag sagte er bei der Eröffnung der Feuerwehraktionswoche, dass "das Allerschlimmste Gaffer" seien, die "die Arbeit der Rettungsgeräte behindern".

© BR

So heißt eine neue Aktion von Bayern 3, dem ADAC und der Deutschen Polizeigewerkschaft.... Denn obwohl es streng verboten ist, tummeln sich an Unfallstellen immer noch viel zu viele Schaulustige um zu filmen und zu gaffen