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Pellerhaus: Altstadtfreunde erhöhen Druck auf die Stadt Nürnberg | BR24

© BR-Studio Franken/ Michael Reiner

Karl-Heinz Enderle mit einem Bild des Pellerhaueses. Der Vorsitzende der Altstadtfreunde kämpft dafür, dass die Fassade wiederhergestellt wird.

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    Pellerhaus: Altstadtfreunde erhöhen Druck auf die Stadt Nürnberg

    In Nürnberg tobt ein Streit um das Pellerhaus: Soll die im Krieg zerstörte Fassade wiederaufgebaut werden? Oder bleibt der denkmalgeschützte Nachkriegsbau erhalten? Die Altstadtfreunde wollen jetzt eine Entscheidung und machen Druck.

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    Karl-Heinz Enderle hat eine Mission. Der Vorsitzender der Altstadtfreunde in Nürnberg möchte, dass das im Krieg zerstörte Pellerhaus wiederaufgebaut wird. Die Fassade soll so aussehen wie vor 400 Jahren. "Der Wiederaufbau des Pellerhauses, des einst berühmtesten Nürnberger Hauses, wäre ein riesiger Gewinn für das Stadtbild", sagt Enderle. Er würde das ganze Stadtviertel aufwerten, meint der oberste Altstadtfreund.

    Prachtbau wurde fast vollständig zerstört

    Der Nürnberger Kaufmann Martin Peller hat das Haus vor mehr als 400 Jahren errichten lassen. Der Prachtbau wurde im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört. Die Altstadtfreunde haben den Innenhof wiederhergestellt – originalgetreu und mit vielen Spendengeldern. Doch bei der Fassade geht das nicht.

    Das neue Pellerhaus steht selbst unter Denkmalschutz

    Denn das neue Pellerhaus aus der Nachkriegszeit steht unter Denkmalschutz. Trotzdem meinen die Altstadtfreunde: Das muss weg. Sie wollen das Pellerhaus verhüllen. Zwei Monate lang soll ein Bild der ursprünglichen Fassade zu sehen sein.

    "Eine Plane, eins zu eins in der Größe davorgestellt an einem Gerüst. Es wird nichts an dem jetzigen Denkmal kaputt gemacht. Es wäre nur temporär." Karl-Heinz Enderle, Altstadtfreunde Nürnberg

    Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) ist Herrin über das Pellerhaus. Damit ist sie auch die Gegenspielerin von Altstadtfreunde-Chef Enderle. Sie hat andere Pläne mit dem Haus. Dort soll das Haus des Spielens entstehen, ein wichtiger Bestandteil der Nürnberger Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025. Außerdem ist es für sie unmöglich, ein bestehendes Denkmal abzureißen, nur um die Nachbildung eines Gebäudes aufzubauen.

    "Das Pellerhaus steht unter Denkmalschutz. Das heißt, es ist gesetzlich geschützt, und ein Abriss würde Rechtsbruch bedeuten." Julia Lehner, CSU, Nürnberger Kulturreferentin

    In den 1950-er Jahren gab es einen Architekturwettbewerb, den die beiden Nürnberger Architekten Fritz und Walter Meyer gewannen. Das neue Pellerhaus gilt als ein herausragendes Zeugnis des Wiederaufbaus. Die Fassade muss zwar dringend saniert werden – aber nicht abgerissen, sagt die Kulturreferentin. Von der Plakat-Aktion hält Lehner wenig. "Eine Diskussion kann nicht so ausgehen, dass der Bürger, die Bürgerin einfach die Entscheidung trifft, ein Gesetz zu brechen."

    Altstadtfreunde wollen Entscheidung erzwingen

    Trotzdem: Die Altstadtfreunde bestehen auf dem Großplakat. Sie wollen damit eine Diskussion entfachen und die Stadträte zu einer Entscheidung pro oder contra Wiederaufbau zwingen. "Diese Entscheidung, die soll dann stehen. Und die werden die Altstadtfreunde dann auch respektieren", sagt Enderle. Wenn die Plane nicht komme, da sei er sich sicher, werde die Diskussion weitergehen.

    Thema für den Kommunalwahlkampf

    Einen Bürgerentscheid wie bei der Ausmalung des Rathaussaales streben die Altstadtfreunde zwar nicht an, aber sie rechnen damit, dass die Diskussion über die Fassade des Pellerhauses Thema im Kommunalwahlkampf werden könnte, der spätestens in diesem Sommer beginnen wird.