Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Patientin wurde in Zufahrtshalle für Rettungswagen versorgt | BR24

© BR/Katharina Häringer

Weil die chirurgische Ambulanz voll und alle Behandlungsräume belegt gewesen sind, ist eine Patientin vergangene Woche nicht im Krankenhaus Rotthalmünster, sondern in der Zufahrtshalle behandelt worden. Die Klinik will den Fall jetzt aufarbeiten.

12
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Patientin wurde in Zufahrtshalle für Rettungswagen versorgt

Weil die chirurgische Ambulanz voll und alle Behandlungsräume belegt gewesen sind, ist eine Patientin vergangene Woche nicht im Krankenhaus Rotthalmünster, sondern in der Zufahrtshalle behandelt worden. Die Klinik will den Fall jetzt aufarbeiten.

12
Per Mail sharen
Teilen

Weil die chirurgische Ambulanz voll und alle Behandlungsräume belegt gewesen sind, ist eine Patientin vergangene Woche nicht im Krankenhaus Rotthalmünster (Lkr. Passau), sondern in der Zufahrtshalle für Rettungswagen behandelt worden. Die Klinik will den Fall jetzt aufarbeiten und dann Prozessvorgaben für die Klinikmitarbeiter erstellen, damit so etwas nicht mehr passiert.

Patientin mit MRSA-Keim

Die 62 Jahre alte Patientin wurde mit dem Krankenwagen nach Rotthalmünster gebracht, weil ihre Wunde am Bein versorgt werden musste: eine Drainage musste neu gelegt werden. Der behandelnde Arzt hatte keinen freien Raum zur Verfügung, bestätigt die Klinik. Außerdem hat die Patientin den resistenten MRSA-Keim in ihrer Wunde. Das bedeutet: Wenn er die Frau in einem Zimmer behandelt hätte, hätte der Raum danach gründlich gereinigt werden müssen - ein Vorgang von mindestens zwei Stunden.

"Der behandelnde Arzt hat in der Situation abgewogen, vor dem Hintergrund, die Patientin schnellstmöglich zu versorgen und die Abläufe der zu behandelnden und wartenden Patienten in der Ambulanz möglichst wenig zu verzögern." Schreiben der Klinik

Der Arzt entschied sich also, die Frau direkt im Krankenwagen zu behandeln. Grundsätzlich geht das auch: Die Klinik bestätigt, dass "Rettungswagen zur Versorgung einer derartigen Situation geeignet sind" - auch wenn dies keineswegs gängig sei.

Krankenwagen zu eng - Behandlung in Zufahrtshalle für Rettungswagen

Doch im Krankenwagen stellte sich für den Arzt und die Pfleger heraus, dass es für die Behandlung zu eng ist. Die Patientin wurde aus dem Wagen herausgeholt, ihre Wunde wurde in der Zufahrtshalle für Rettungswagen versorgt. Auf BR-Anfrage war die Patientin nicht zu erreichen. Der "Passauer Neuen Presse" sagte sie: "Ich wusste gar nicht, wie mir geschah". Demnach wandte sie sich mit einem Beschwerdebrief an die Gesundheitseinrichtungen des Landkreises.

Krankenhaus und Chefarzt entschuldigen sich bei Patientin

Der Chefarzt der Chirurgie entschuldigte sich bei der 62-Jährigen persönlich, schreibt das Krankenhaus. "Wir bedauern zutiefst, dass das behandelnde Team in der konkreten Situation so entschieden hat. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass dies nicht den Standards unseres Krankenhauses entspricht", teilt das Krankenhaus mit.