Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Patienten melden mehr Behandlungsfehler | BR24

© BR

Immer mehr Patientinnen und Patienten in Bayern wenden sich an ihre Krankenkasse, wenn sie einen Behandlungsfehler vermuten. Das geht aus den neuesten Zahlen von AOK und Techniker Krankenkasse hervor.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Patienten melden mehr Behandlungsfehler

Bei den gesetzlichen Krankenkassen in Bayern haben sich zuletzt deutlich mehr Patienten gemeldet, weil sie einen Behandlungsfehler vermuten. Die Ärztekammer sieht allerdings keine Zunahme der Probleme.

Per Mail sharen

Innerhalb eines Jahres ist bei der größten Krankenkasse in Bayern, der AOK, die Zahl der Patienten deutlich gestiegen, die einen Behandlungsfehler vermuten - und zwar um fast ein Fünftel.

Auch die größte bundesweite Kasse, die TK, meldet in Bayern einen deutlichen Anstieg – um 13 Prozent. Tatsächlich bestätigt worden sei der Verdacht zwar nur bei rund einem Siebtel der Fälle, heißt es bei der AOK – aber auch bei den bestätigten Fällen beobachtet die Kasse eine spürbare Steigerung.

Landesärztekammer kann Anstieg nicht bestätigen

Die Landesärztekammer, die sich mit einer Gutachterstelle ebenfalls um Behandlungsfehler kümmert, kann hingegen keinen Anstieg beobachten. Im Gegenteil: Die Kammer meldet leicht rückläufige Zahlen. Allerdings kämen bis zur Gutachterstelle oft nur Fälle, bei denen es um besonders schwere Fehler gehe, heißt es von der Kammer. Entsprechend erhärtet sich dort der Verdacht auf einen Behandlungsfehler auch rund drei mal öfter als bei den Fällen, die den Kassen gemeldet werden.

Die Techniker Krankenkasse vermutet allerdings eine beträchtliche Dunkelziffer und sie empfiehlt – ebenso wie die AOK - den Patienten, sie sollten die verschiedenen Informations- und Beratungsangebote zu Behandlungsfehlern nutzen.

Die Kassen haben dabei auch ein gewisses eigenes Interesse: Wenn ein Fehler bestätigt wird, fordern sie von den betroffenen Ärzten oder Krankenhäusern oft Geld zurück.