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Passionsspiele Oberammergau wegen Coronavirus vor dem Aus | BR24

© Passionsspiele 2020 / Andreas Stückl

Archivbild: "Hängeprobe" mit Jesus-Darsteller Rochus Rückel

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Passionsspiele Oberammergau wegen Coronavirus vor dem Aus

Am 16. Mai sollte eigentlich Premiere für die Passionsspiele 2020 in Oberammergau sein. Die Gemeinde hält am dem Termin fest, doch wegen des Coronavirus ist fraglich, wie lange noch. Bereits am Wochenende sind Proben abgesagt worden.

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Am 16. Mai sollte eigentlich Premiere für die Passionsspiele 2020 in Oberammergau sein. Nur alle zehn Jahre finden die Oberammergauer Passionsspiele statt. Noch wird an dem Termin festgehalten - doch wegen der Ausbreitung des Coronavirus ist fraglich, wie lange noch. Eine Verschiebung oder sogar ein kompletter Ausfall wäre für Oberammergau eine Katastrophe - aber die wird immer wahrscheinlicher. Am Abend tagt der Gemeinderat. Er steht vor schwerwiegenden Entscheidungen.

Passionsspiele mit einer halben Million Besucher aus aller Welt

Oberammergau lebt für und von der Passion - rund eine halbe Million Besucher aus aller Welt werden zu den Pestspielen alle zehn Jahre erwartet. Rund 30 Millionen Euro spielt das allein für Hotels und Gaststätten ein. In die Vorbereitung sind bereits rund 15 Millionen Euro geflossen. Seit Jahren wird an Kostümen und Bühnenbild gearbeitet. So gut wie der halbe Ort spielt oder singt bei den Passionsspielen mit - seit Monaten wird intensiv geprobt.

Landrat: Gesundheit von Spielern und Besuchern geht vor

Der wiedergewählte Landrat von Garmisch-Partenkirchen, Anton Speer, hat zwar noch keine Entscheidung gefällt, aber es werde nicht mehr lang dauern. Er sprach den Teilnehmern schon jetzt sein Bedauern aus. Im Bayerischen Rundfunk sprach Speer von einer sehr schweren Entscheidung, die demnächst getroffen werden soll. Letztlich würde aber die Gesundheit der Teilnehmer und Besucher im Vordergrund stehen. Er sicherte schon jetzt dem Ort Oberammergau jegliche Unterstützung zu.

Beratungen in München und Oberammergau

Heute will sich Landrat Speer auf den aktuellen Stand bei der Regierung von Oberbayern bringen lassen und sich mit Experten beraten. Am Abend trifft sich der Gemeinderat Oberammergau zu einer Sondersitzung. Dabei werden die Verantwortlichen der Passionsspiele verschiedene Szenarien und die Folgen für den Ort präsentieren. Von Verschiebung um Monate bis hin zu Jahren und sogar eine Totalabsage - alles scheint derzeit möglich zu sein.

Passionsspiele erinnern an ein Gelübde zur Pestzeit

Die Passionsspiele in Oberammergau finden nur alle zehn Jahre statt - und das seit dem Jahr 1634. Grund dafür ist das Gelübde, das die Dorfbewohner gaben: Um der wütenden Pest in jener Zeit ein Ende zu setzen, schworen die Oberammergauer, alle zehn Jahre das Leiden und Sterben Christi aufzuführen, sofern niemand mehr an der Pest stirbt. Das Dorf wurde erhört. Ihr Versprechen haben die Oberammergauer bis heute gehalten. Heuer wäre es das 42. Passionsspiel.

© BR

Am 15. Mai sollen die Passionspiele Oberammergau eigentlich Premiere haben. Doch danach sieht es zur Zeit gar nicht aus. Wegen dem Corona-Virus sind vorerst alle Volkproben abgesagt. Auch die Fotoproben werden eingestellt.