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In Oberammergau wurde traditionell ein Jahr vor den Passionsspielen, der Haar- und Barterlass für die rund 2.500 Teilnehmer verkündet, obwohl noch unklar ist, ob die Passion 2022 stattfinden kann. Ein Plakat verkündet ein 15-monatiges Friseurverbot.

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Passionsspiele Oberammergau: Die Haare wachsen, die Bärte nicht

Seit Mittwoch Vormittag gilt in Oberammergau der "Haar- und Barterlass": Mitwirkende der Passionsspiele dürfen sich bis zu den Festspielen 2022 nicht mehr die Haare schneiden. Diesmal gibt es allerdings eine Ausnahme.

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Von
  • Martin Breitkopf

Ab März dürfen Friseurinnen und Friseure in Bayern wieder ihrer Arbeit nachgehen – doch für Rochus Rückel ist das zu spät. Gerne wäre er seine "Corona-Frisur" noch einmal losgeworden, doch seit Mittwoch Vormittag sind Friseurbesuche für ihn verboten – bis zum Jahr 2022.

Rochus Rückel ist Jesus-Darsteller in den Oberammergauer Passionsspielen. Die hätten eigentlich 2020 stattfinden sollen, wurden wegen der Corona-Pandemie aber auf das Jahr 2022 verschoben. Ab dem Aschermittwoch des Vorjahres gilt üblicherweise der "Haar- und Barterlass": Rund 15 Monate müssen sich die rund 2.500 Mitwirkenden Haare und Bart wachsen lassen.

Ausnahme wegen Schutz gegen Corona

Coronabedingt geht es diesmal nicht ganz so streng zu – ein Novum in der Geschichte der Passionsspiele. Denn auf einem bärtigen Gesicht sitzt eine FFP2-Maske nicht so gut wie auf einem glattrasierten. Damit die FFP2-Masken auch bei allen Mitwirkenden gut sitzen, verzichtet Spielleiter Christian Stückl diesmal auf das Rasierverbot. Letztlich bleibt es jedem Darsteller selbst überlassen, ob er sich komplett rasiert oder nur soweit, bis die Maske gut sitzt.

Am Haarerlass wird aber festgehalten. Da die Friseurläden noch im Lockdown sind, gibt es in dieses Mal zum ersten Mal auch keinen letzten Haarschnitt. Wie bei Rochus Rückel geht die "Corona-Frisur" gleich in die "Passions-Frisur" über, zum Leidwesen der Friseure in Oberammergau.

Abweichung vom Zehn-Jahres-Rhythmus

Die von der Spielleitung gewünschte biblische Haarpracht ist gleichzeitig ein Erkennungsmerkmal für jeden, der mitspielt. Das stärkt die Gemeinschaft, der Haarerlass hat für den ganzen Ort große Symbolwirkung. Am Aschermittwoch werden die Erlass-Plakate aufgehängt. Damit wird deutlich: Das Passionsspiel naht – und das fast 400 Jahre alte Gelübde, das dem Spiel zugrunde liegt, soll wieder erfüllt werden. Diesmal eben nicht nach zehn, sondern erst nach zwölf Jahren.

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Die Passionsspiele 2020 wurden auf 2022 verschoben - und somit hätten die Männer bis jetzt zum Friseur gehen können, hätten die denn offen gehabt. Jetzt aber gilt wieder der traditionelle "Haar- und Barterlass" - teilweise zumindest.

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  • Martin Breitkopf
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