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Passauerin ruft bei Corona-Gedenkfeier zum Durchhalten auf

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    Passauerin ruft bei Corona-Gedenkfeier zum Durchhalten auf

    Anita Schedel, eine Hinterbliebene aus Passau, hat bei der Gedenkfeier für Corona-Tote dazu aufgerufen, trotz Pandemiemüdigkeit weiter durchzuhalten. In einer emotionalen Rede schilderte Schedel, wie sie 2020 ihren Mann an das Virus verlor.

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    Von
    • Veronika Meier
    • BR24 Redaktion

    Bei der zentralen Gedenkveranstaltung für Corona-Tote in Berlin appellierte Anita Schedel aus Passau an die Bevölkerung, durchzuhalten und sich an die Hygienebestimmungen zu halten. "Es kommt auf jeden Einzelnen an", sagte Schedel bei ihrer Rede auf der Gedenkveranstaltung.

    Ehemann war Klinikleiter im Landkreis Passau

    Anita Schedel hatte vor fast genau einem Jahr ihren Mann Prof. Dr. Hannes Schedel verloren. Der Radiologe und Leiter der onkologischen Rehaklinik Schedel in Kellberg im Landkreis Passau war am 14. April 2020 an den Folgen des Coronavirus gestorben. In ihrer Ansprache schilderte Schedel, wie ihr Mann und sie selbst sich mit dem Virus ansteckten, wie sich der Gesundheitszustand von Hannes Schedel verschlechterte und er schließlich ins künstliche Koma versetzt werden musste.

    "Bilder verfolgen mich immer noch"

    Nach acht Tagen starb Hannes Schedel im Krankenhaus. Zum Abschied durfte Schedel ihren Mann ein letztes Mal im Krankenhaus besuchen. Diese Bilder verfolgen sie noch immer, so Schedel. Nach dem Tod ihres Mannes sei sie ins Nichts gefallen. Mut gebe ihr, dass sie jetzt den zigtausenden Hinterbliebenen von Corona-Verstorbenen eine Stimme geben könne. Zwar gebe es Impfstoffe, die ältere Generation sei inzwischen in der Regel durchgeimpft, trotzdem steigen die Inzidenzzahlen, so Schedel in Berlin. "Immer noch sterben Menschen in Deutschland an Corona. So viele, als würde jede Woche ein Flugzeug abstürzen."

    "Bleiben Sie stark und zuversichtlich"

    Mittlerweile habe man Erfahrungswerte und wisse, wie wichtig und richtig die Einhaltung der Hygieneregeln sind. Auch wenn die Corona-Müdigkeit nach zwölf Monaten Pandemie zunehme: "Mir kann nichts und niemand meinen Mann zurückbringen. Aber jeder Einzelne, dem mein Schicksal und das der Angehörigen und Freude der 80.000 Corona-Toten in Deutschland erspart bleibt, ist es wert. Deswegen bleiben Sie stark und zuversichtlich." Sie versuche es auch zu sein, schloss Schedel ihre Rede in Berlin.

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