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Passau: Reaktionen nach dem Schiffsunfall auf Donau in Budapest | BR24

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Ein Schiffsunglück, wie es sich auf der Donau in Budapest mit mindestens sieben Toten ereignete, ist in Passau nicht möglich, wie es von einer Passauer Reederei heißt. Auch hier kann man sich nicht erklären, wie es zu dem Unfall kam.

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Passau: Reaktionen nach dem Schiffsunfall auf Donau in Budapest

Ein Schiffsunglück, wie es sich auf der Donau in Budapest mit mindestens sieben Toten ereignete, sei in Passau nicht möglich, heißt es bei einer Passauer Reederei. Auch hier kann man sich nicht erklären, wie es zu dem Unfall kam.

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Am Vormittag an der Donau in Passau: Rund zehn Kreuzfahrtschiffe legen schon an. Hunderte Touristen gehen an Land und stellen sich um ihre Stadtführer auf. Gleichzeitig gehen andere Touristen schon wieder an Bord. Sie sind Tagesausflügler und melden sich zur Dreiflüsserundfahrt an. Wie sie sich nach dem Schiffsunglück in Budapest fühlen?

"Eigentlich ganz sicher. Das ist nicht unsere erste Schiffsreise, wir haben da schon mehr davon gemacht." Touristin
"Wir hoffen, dass nichts passiert." Touristin
"Ich vertraue da einfach, das passiert ja nicht jeden Tag." Touristin

Schiffskollision in Budapest: "Tragisch"

Das Nebeneinander von Kreuzfahrt-, Ausflugs-, und Güterschiffen wird in Passau jeden Tag gelebt. Mit dabei ist die Reederei Wurm & Noé. Wenn Geschäftsführer Florian Noé über die Schiffskollision in Budapest spricht, zuckt er ratlos mit den Schultern.

"An und für sich wäre alles geregelt. Es ist ein Unfall. Ich glaube, dass keiner von uns sagen kann, was da passiert ist. Tragisch." Geschäftsführer Florian Noé
© BR/Katharina Härginer

Ein Schiffsunglück, wie es sich auf der Donau in Budapest ereignete, ist in Passau nicht möglich, wie Florian Noé von der Passauer Reederei sagt.

Begegnung von Schiffen: Klare Regeln

Begegnen sich zwei Schiffe, gibt es klare Regeln. Der Schnellere überholt auf der rechten Seite. Wenn es rechts nicht geht, "dann sprechen die sich erstens über Funk ab, zweitens steckt er aus, so nennt man das in der Schifffahrtssprache. Wir haben am Schiff oben seitlich einen sogenannten Donaublitz. Wenn der aufleuchtet, weiß das entgegenkommende Fahrzeug: Der fährt jetzt an der falschen, an der linken Seite vorbei", erklärt Noé.

Zusätzlich sieht jeder Kapitän auf seinem Radar den Kurs, den das andere Schiff fährt. Und über einen Transponder ist zusätzlich ersichtlich, wie schnell und wie groß das Schiff ist. Hält man sich an diese Regeln, ist ein Unfall ausgeschlossen, sagt Florian Noé.

"Jeder Schiffer sieht bei sich an Bord: Da hinter der Kurve kommen zwei daher, vor der Schleuse warten drei. Der Kapitän kann sich immer im Vorfeld schon ein Bild machen und schauen, was ist eigentlich auf der Donau los. Das kann er bei schönem Wetter, aber natürlich auch, das ist das wichtige, beim unsichtigen Wetter. Bei Schnee, Regen, Nebel, Nacht." Geschäftsführer Florian Noé

Enge Anlegestelle in Passau als Problem

Fakt ist, dass immer mehr Schiffe unterwegs sind. Selbst mit dem bloßen Auge ist zu sehen, wie eng es an der Anlegestelle in Passau zugeht. Zum Teil liegen die Schiffe auch nebeneinander an. Genau hier kann es am schnellsten zu einem Unfall kommen, sagt Noé:

"Beim An- und Ablegen, dass man mal zu hart auf ein anderes Fahrzeug anlegt zum Beispiel. Dass da ein Schaden entsteht. Oder beim Ablegen zum Beispiel hat es bei uns auch schon mal einen Schaden gegeben: Ein Kabinenschiff ist direkt neben uns gestanden. Und er hat abgedreht und die Drehgeschwindigkeit unterschätzt vom Fahrzeug und hat mit dem Heck eins von unseren Fahrzeugen touchiert. Das sind keine spektakulären Unfälle, das sind kleine Blechschäden, wie beim Auto auch." Geschäftsführer Florian Noé

Die Touristen, die heute in Passau auf ein Schiff gehen, zeigen sich gespannt, was die Ermittlungen in Budapest ergeben. Sie sind für ihre Reise guter Dinge:

"Wir haben gesagt: Das ist ja nicht bei uns in Deutschland passiert. Und wir wissen ja, dass wir zumindest gute Sicherheitsvorkehrungen und TÜV haben. Wir hoffen natürlich, dass alles gut geht – aber wir haben den lieben Gott mit an Board, der wird schon aufpassen." Tourist
© BR

Nach dem Schiffsunfall auf der Donau in Budapest ist der Kapitän des Kreuzfahrtschiffs verhaftet worden. Was ihm vorgeworfen wird, ist unklar. Das Schiff war mit einem Ausflugsboot zusammengestoßen. Sieben Menschen starben, 21 werden noch vermisst.

© BR

Nach dem Schiffunglück in Budapest mit mehreren Toten werden noch immer einige Menschen vermisst. Der Kapitän des größeren Schiffes wurde verhaftet. Laut BR-Reporter Michael Mandlik vermuten die Behörden, dass er zu schnell gefahren ist.