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Passau: Mit 579,5 bundesweit höchste Corona-Inzidenz | BR24

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Der Inzidenzwert der Stadt Passau liegt laut RKI nun bei 579,5. Das ist der höchste Wert in ganz Deutschland. Jürgen Dupper (SPD), der Oberbürgermeister der Stadt Passau, hält einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen für möglich.

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Passau: Mit 579,5 bundesweit höchste Corona-Inzidenz

Die Neuinfektionen in der Stadt Passau steigen weiter: Der Inzidenzwert liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile bei 579,5. Das ist der höchste Wert in ganz Deutschland. Auch für den Landkreis Passau werden hohe Zahlen gemeldet.

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Von
  • Astrid Dachs
  • BR24 Redaktion
  • Konstantin König

Der Inzidenzwert der Stadt Passau liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) nun bei 579,5. Das ist der höchste Wert in ganz Deutschland. Das thüringische Hildburghausen liegt laut RKI bei 579,1 und hat damit den zweitschlechtesten Wert.

Auch die niederbayerischen Landkreise Regen (377,2) und Passau (360,2) sowie die Stadt Nürnberg (307,3) liegen unter den zehn Städten und Kreisen mit den höchsten Sieben-Tage-Inzidenzwerten.

Ausgangsbeschränkungen: Akzeptanz in der Bevölkerung

In der Stadt Passau gelten seit Samstag strenge Ausgangsbeschränkungen: Passauer dürfen nur noch aus triftigem Grund ihr Haus verlassen - zum Beispiel um zur Arbeit, zum Arzt oder Einkaufen zu gehen. Außerdem ist es auf öffentlichen Plätzen verboten, Alkohol zu trinken.

Bislang halte sich die Bevölkerung größtenteils an die Beschränkungen, betonte die Polizei. "Die Akzeptanz der Bürger für die Maßnahmen ist sehr hoch", so ein Sprecher. Es gebe keine speziellen Kontrollen in Bezug auf die Ausgangsbeschränkungen, aber die Polizeistreifen, unterstützt von der Bereitschaftspolizei, würden besonders auf mögliche Verstöße achten.

Polizei zeigte neun Verstöße an

Neun Verstöße registrierte die Polizei am Wochenende. Darunter ein Vorfall mit einem Passauer Ehepaar, das sich trotz Maskenpflicht und Ansprache durch die Polizei, weigerte, am Kleinen Exerzierplatz Masken zu tragen. Aufgrund der Uneinsichtigkeit der beiden wurden gegen sie Ordnungswidrigkeitenverfahren nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet, so die Polizei.

Oberbürgermeister beobachtet Situation

Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) spricht der Bevölkerung ein großes Lob aus: "Der Eindruck ist, dass eine hohe Disziplin vorhanden ist. Ich habe mir über das Wochenende vor Ort immer wieder ein Bild gemacht." Natürlich gebe es viele Fragen und Unmut beim Handel, so Dupper, "all das verstehe ich". Im Mittelpunkt stehe jetzt aber erstmal das Infektionsgeschehen und dessen Bekämpfung.

© BR/Martin Gruber

Zusammengeschnürte Möbel eines Cafes in der Passauer Innenstadt

Lockerungen erst bei sinkenden Infektionszahlen

Die Ausgangsbeschränkungen in Passau gelten zunächst für eine Woche. Frühestens bei einem Rückgang der Infektionszahlen auf eine Inzidenz von 300 könnten die Beschränkungen wieder gelockert werden, sagte Oberbürgermeister Dupper dem Bayerischen Rundfunk.

Allerdings hält Dupper eher einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen und Werte für möglich. Im BR-Interview erklärte er am Montag: "Solange die Kontaktpersonen der ursprünglich Infizierten getestet werden, werden sich die Zahlen weiterbewegen." Als Grund für den weiteren Anstieg trotz strenger Ausgangsbeschränkungen und Corona-Auflagen nannte der Rathaus-Chef die andauernde Fallzunahme in zwei Pflegeheimen und in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber.

Furcht vor Engpässen im Klinikum

Aktuell werden 73 Patienten am Klinikum Passau behandelt. Momentan gäbe es noch Kapazitäten, hieß es. Würden jedoch alle Fälle aus den Pflege- und Altenheimen aufs Klinikum übergreifen, könnte es zu Engpässen kommen, so Dupper.

Auch weil aktuell die Zahlen noch steigen, ruft der OB die Menschen zur Geduld auf: "Gerade in der Advents- und Vorweihnachtszeit ist das nicht schön, was hier passiert, aber wir müssen die Gesundheit der Bevölkerung im Blick haben."

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