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Passanten lassen gestürzte Frau in Rödental drei Stunden liegen | BR24

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In Rödental konnte einer gestürzten Frau erst nach drei Stunden geholfen werden.

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Passanten lassen gestürzte Frau in Rödental drei Stunden liegen

Eine 60-Jährige stürzt auf einem Radweg, doch mehrere Passanten laufen achtlos weiter. Ganze drei Stunden lag die hilflose Frau am Boden. Der Vorfall im Landkreis Coburg sorgt bei den Einsatzkräften für Entsetzen.

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Eine gestürzte Frau hat in Rödental stundenlang auf einem Radweg gelegen, ohne dass ihr Passanten geholfen haben. Beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ruft der Vorfall Entsetzen hervor. Die ASB-Regionalgruppe appelliert an die Bevölkerung, achtsamer zu sein. Wenigstens die Notrufnummer hätten die Passanten wählen können, heißt es in einem Schreiben.

Nach Sturz in Rödental trifft Notruf erst nach drei Stunden ein

Bei dem Vorfall, der sich bereits Anfang September ereignet hatte, war eine 60-jährige Fußgängerin tagsüber auf einem Rad- und Fußweg in Rödental im Landkreis Coburg gestürzt. Obwohl mehrere Passanten an der Frau vorbeigelaufen sein sollen, haben sie keine Hilfe gerufen. Erst drei Stunden später sei ein Notruf eingegangen.

ASB Coburg appelliert zu mehr Zivilcourage

Die Frau sei nicht verletzt gewesen. Aufgrund ihres Alters und mangelnder Muskelkraft musste ihr nur aufgeholfen werden, so ASB-Regionalreferent Matthias Neuf, der die Ignoranz der Passanten nicht begreifen kann. Die Angst, bei der Hilfeleistung etwas falsch zu machen, sei unbegründet. Nichts zu tun sei viel schlimmer, so Neuf.

Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar

Gemäß dem Strafgesetzbuch kann unterlassene Hilfeleistung in Deutschland als Straftat zählen. Unter Paragraph 323c heißt es: "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft."

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