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Papst-Harley aus Hettstadt bringt deutlich weniger als erhofft | BR24

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Eine weiße "Papst-Harley-Davidson" aus Hettstadt ist am Sonntag im englischen Stafford für umgerechnet 48.600 Euro versteigert worden. Das ist deutlich weniger als erhofft - der Erlös sollte eigentlich ein Waisenhaus in Uganda finanzieren.

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Papst-Harley aus Hettstadt bringt deutlich weniger als erhofft

Eine weiße "Papst-Harley-Davidson" aus Hettstadt ist am Sonntag im englischen Stafford für umgerechnet 48.600 Euro versteigert worden. Das ist deutlich weniger als erhofft - der Erlös sollte eigentlich ein Waisenhaus in Uganda finanzieren.

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Um kurz nach 16 Uhr fiel der Hammer im Auktionshaus Bonhams im englischen Stafford. Ein Telefonbieter hatte 42.000 britische Pfund – etwa 48.600 Euro – geboten und den Zuschlag erhalten. Enttäuschte Gesichter bei den "Jesus-Bikern" vom Untermain, die die Versteigerung ihrer Harley vor Ort verfolgten - sie hatten auf ein sechs Mal so hohes Gebot gehofft.

"Vor ein paar Jahren ist eine Harley von der Stange für 240.000 Euro versteigert worden. Wir haben gehofft, dass unsere Harley mit 300 vergoldeten Teilen und 2.000 Arbeitsstunden diese 240.000 Euro toppen wird – mit 300.000 Euro. Jetzt ist es nur ein Sechstel geworden. Das war enttäuschend in dem Moment. Wir haben einen Pub gesucht und haben erstmal zwei, drei Biere getrunken. (…) Jetzt, nach ein paar Stunden, haben wir das Ganze reflektiert und denken: Mit 50.000 Euro kann man in Uganda auch wertvolle Hilfe leisten." Thomas Draxler, Gründer der "Jesus-Biker"

Besuch in Uganda geplant

Der Auktionserlös der Papst-Harley war für ein Waisenhaus-Projekt der päpstlichen Missionswerke im afrikanischen Uganda vorgesehen. Im kommenden Jahr werde man nach Uganda fahren, um zu schauen "was mit den 50.000 Euro passiert ist", kündigte "Jesus-Biker" Draxler an.

© dpa / picture alliance

Papst Franziskus unterschreibt "seine" Harley Ende Mai in Rom - im Beisein der "Jesus-Biker".

Vom Papst gesegnet und signiert

Die Harley-Davidson, die die "Jesus Biker" bei einer Werkstatt in Hettstadt (Lkr. Würzburg) für den Pontifex in Auftrag gegeben hatten, hat eine Dornenkranz-Verzierung auf dem Kotflügel, vergoldete Felgen und ein eingelassenes Kreuz. Ende Mai hatte Papst Franziskus die Spezialanfertigung in Rom gesegnet und auf dem Tank signiert. Im Juli gingen die "Jesus-Biker" mit der Papst-Harley auf eine 1.900 Kilometer lange "Peace Ride"-Wallfahrt von Würzburg über Altötting nach Rom.

Nicht die erste Papst-Harley

Bereits im Juni 2013 hatte Papst Franziskus eine Harley geschenkt bekommen, damals vom Hersteller selbst. Die Maschine mit dem Namenszug "Francisco" auf dem Tank erbrachte bei einer Auktion in Paris 241.500 Euro. Der Erlös ging an die Obdachlosen-Unterkunft der Caritas am römischen Hauptbahnhof.

💡 Jesus-Biker

Zu dem christlichen Motorradclub mit Sitz im hessischen Schaafheim gehören etwa 40 Mitglieder. Darunter sind Katholiken, Protestanten, Syrisch- und Griechisch-Orthodoxe sowie freikirchliche Christen. Auch mehrere Pfarrer und Diakone sind bei den "Jesus-Bikern" aktiv.