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Pannen-Impfstoff in Oberfranken wird doch nicht verwendet | BR24

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Der Startschuss für die Corona-Impfungen in Deutschland ist gefallen. In Oberfranken sorgten allerdings ungeeignete Kühlboxen bei der Auslieferung für Ausfälle des Impfstoffes.

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Pannen-Impfstoff in Oberfranken wird doch nicht verwendet

Eigentlich hatte der Impfstoff-Produzent Biontech die umstrittenen Impfdosen in Oberfranken für unproblematisch erklärt. Doch nun steht fest: Die erste Lieferung wird nach Zweifeln an der Kühlung nicht verwendet. Die Behörden gehen auf Nummer sicher.

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Von
  • Simon Trapp

Der Impfstoff, der wegen Unterbrechung der Kühlkette am gestrigen Sonntag in Oberfranken nicht verimpft wurde, wird vorsichtshalber nicht weiterverwendet. Zwar sei der Impfstoff von fachlicher Seite "durchaus als tauglich eingestuft worden", teilte der Bezirksverband Oberfranken des Bayerischen Landkreistages am Montag mit.

Da jedoch ein Restzweifel bestehe und man der Bevölkerung einen nur zu 100 Prozent einwandfreien Impfstoff anbieten wolle, werde die Charge von gestern nicht gespritzt, betonte der oberfränkische Bezirksvorsitzende des Landkreistages, der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner (CSU). Die Impfzentren wollten kein Vertrauen in der Bevölkerung verspielen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Unterbrechung der Kühlkette bei Auslieferung

Am Sonntag waren in Oberfranken Impfdosen in einer Kühlbox angekommen, deren Temperatur einem Kontrollinstrument zufolge zeitweise über den erlaubten acht Grad Celsius gelegen hatte. Deshalb hätten Zweifel bestanden, ob die Kühlkette jederzeit eingehalten worden sei, erläuterte Meißner weiter.

Die Impfstoffe aus der betroffenen Box hätten an die Impfstoffzentren in Coburg, Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Bayreuth, Hof und Wunsiedel geliefert werden sollen. Wegen der Panne wurde in den oberfränkischen Impfzentren gestern nicht geimpft. Nicht betroffen waren Stadt und Landkreis Bamberg.

Biontech hatte Impfstoff-Dosen freigegeben

Die Mainzer Firma Biontech, die den ersten in Europa zugelassenen Corona-Impfstoff zusammen mit dem US-Konzern Pfizer entwickelt hat, hatte erklärt, man halte den Impfstoff trotz der Temperaturabweichungen für sicher. Dennoch blieben die 1.000 Dosen der Charge im Depot.

Trotzdem konnten die Impfungen in Oberfranken heute beginnen. Denn es traf bereits eine weitere Lieferung ein. In Bayreuth beispielsweise kamen 400 neue Dosen des Impfstoffes an, die in einem Seniorenheim direkt vergeben werden sollten.

Bis Ende des Jahres sollen in Deutschland noch 1,3 Millionen Impfstoffdosen von Biontech ausgeliefert werden.

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Noch am Vormittag hatte der Impfstoff-Produzent Biontech die umstrittenen Impfdosen in Oberfranken für unproblematisch erklärt. Der Pannen-Impfstoff aus der ersten Lieferung in Oberfranken wird doch nicht verwendet.

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