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Päppelstelle: Bayreuther Studentin päppelt verletzte Vögel auf | BR24

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In Päppelstationen werden verletzte Vögel versorgt und eben aufgepäppelt. Antonia Schmidt betreibt eine solche private Päppelstation und kümmert sich derzeit um 24 Vögel.

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Päppelstelle: Bayreuther Studentin päppelt verletzte Vögel auf

In sogenannten Päppelstellen werden verletzte oder verlassene Vögel, die gerettet wurden, gepflegt und umsorgt. Die Bayreuther Studentin Antonia Schmidt hat eine solche private Päppelstelle und versorgt derzeit 24 Vögel.

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Von
  • Anja Bischof

Immer wieder im Frühling finden Spaziergänger in Parks oder an Straßenrändern verlassene oder verletzte Vogelbabys. Wenn das Vögelchen wirklich Hilfe benötigt, landet es nach dem Besuch beim Tierarzt oft in einer sogenannten Päppelstelle. Hier werden die Vögel von Tierfreunden versorgt und können wieder zu Kräften kommen.

Alle 30 bis 60 Minuten brauchen die Vögel Futter

Antonia Schmidt aus Bayreuth ist ein solche Vogel-Retterin mit einer privaten Päppelstelle. Die 24-Jährige hat ein riesengroßes Herz für Singvögel. Derzeit pflegt und versorgt sie in ihrer Wohnung ehrenamtlich 24 Vögelchen: Stare, Sperlinge, Amseln, einen Baumläufer, eine Mönchsgrasmücke und einen Buchfink. Die ganz kleinen Nestlinge sind permanent in Antonias Nähe, denn sie brauchen alle 30 bis 60 Minuten Futter. Je nach Vogelart erhalten sie klein geschnittene Insekten oder Körner mit einer Pinzette direkt in den Schnabel.

Vögel begleiten die Retterin in den Hörsaal

Vor der Corona-bedingten Umstellung der Vorlesungen auf Online-Seminare nahm sie die kleinsten Vögelchen sogar mit in den Hörsaal. Die Dozenten hatten ihr erlaubt, sich auch während der Vorlesungen um sie zu kümmern und sie zu füttern. Nachts schlafen alle Vögel durch, und Antonia kommt selbst zur Ruhe, tagsüber dreht sich alles um die Tiere.

Ein Nebenjob ist nötig, um die Vögel zu versorgen

Etwa 100 Vögel päppelt Antonia Schmidt im Lauf eines Jahres auf. Ein teures Hobby, denn jeder Vogel verschlingt Futter für rund 50 Euro. Diese Kosten bestreitet Antonia mit Hilfe eines Nebenjobs als Mediengestalterin. Natürlich nimmt sie die Vogelbabys auch dorthin mit. "Manchmal drückt mir ein Finder eines Vogels auch fünf Euro in die Hand", sagt die Vogel-Freundin.

Auswilderung im "Soft Release"-Verfahren

Die Vögel bleiben meist ein paar Wochen bei Antonia. Erst im kleinen Käfig mit Artgenossen in der Wohnung, später dürfen sie im Garten in der Voliere herumflattern. Wenn die Vögel fit und aufgepäppelt sind, öffnet Antonia eine Klappe in der Voliere und entlässt die Vögel in die Freiheit. "Soft Release" heißt diese sanfte Art der Auswilderung. Vorher hat sie darauf geachtet, dass sich die Vögel nicht zu sehr an Menschen gewöhnen. Zum Beispiel versteckt sie das Futter für die Baumläufer in der Rinde eines Astes - ganz wie in der Natur. Streicheln ist ebenso tabu wie dem Vogel einen Namen zu geben.

Die Hälfte der geretteten Vögel überlebt

Etwa die Hälfte der Vögel schafft es mit Antonias Hilfe, zu überleben. Der Moment, wenn sie die Voliere verlassen und in ihr Wildvogelleben starten, ist Grund und Antrieb für die 24-Jährige: "Da geht mir jedes Mal das Herz auf."

Weitere Infos über die Wildvogelhilfe Faith

Ihre Päppelstelle "Wildvogelhilfe Faith" hat eine eigene Internetseite, auf der man die Geschichten ihrer Vogelgäste nachlesen und sich informieren kann, wie man Antonia am besten unterstützt. Wer einen Vogel findet und nicht weiß, ob er hilfsbedürftig und was mit ihm zu tun ist, findet hier auch lehrreiche Informationen.

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