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Pähler Schlucht bleibt vorerst gesperrt | BR24

© Luis Knoll

Es ist ein beliebter Rundwanderweg: von Pähl im Pfaffenwinkel durch die Pähler Schlucht bis zum Wasserfall. Vor einigen Wochen hat die Gemeinde die gesamte Schlucht gesperrt. Der Weg soll saniert werden – doch die Pähler Schlucht ist Schutzgebiet.

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Pähler Schlucht bleibt vorerst gesperrt

Es ist ein beliebter Rundwanderweg: von Pähl im Pfaffenwinkel durch die Pähler Schlucht bis zum Wasserfall. Vor einigen Wochen hat die Gemeinde die gesamte Schlucht gesperrt. Der Weg soll saniert werden – doch die Pähler Schlucht ist Schutzgebiet.

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Rund 8.000 Wanderer zieht es pro Jahr zur Pähler Schlucht. Ein Rundweg führt von Pähl im Pfaffenwinkel durch die Schlucht bis zum Wasserfall. Wegen Steinschlaggefahr hat die Gemeinde die Schlucht Anfang April gesperrt. Der Bürgermeister will ihn sanieren, doch die Pähler Schlucht ist Naturschutzgebiet.

Kind von herabstürzendem Gestein getroffen

Der Streit zwischen der Gemeinde Pähl und der Regierung von Oberbayern ist über fünf Jahre alt. Das Natur-Juwel mit dem Wasserfall des Burgleitenbaches ist landschaftlich traumhaft schön – und gleichzeitig für die Besucher gefährlich. Letzte Woche wurde ein Kind am Wasserfall von herabstürzenden Gesteinsbrocken getroffen, kam zum Glück mit leichten Schürfwunden davon. Bürgermeister Werner Grünbauer ärgert, dass die Leute die Verbotsschilder am Eingang der Schlucht ignorieren.

"Da sieht man, wie dreist das Ganze ist: Wir haben darauf hingewiesen, was man nicht darf und nicht soll. Und dann kommen Kommentare wie 'Sonst Schusswaffengebrauch', was einerseits lustig ist, weil es unsere Verbotskultur beschreibt, auf der anderen Seite zeigt es, dass die Leute die Verbote völlig ignorieren." Werner Grünbauer, Bürgermeister von Pähl

Die Gemeinde Pähl hat die sogenannte Verkehrssicherungspflicht für den Weg zum Wasserfall. Die knapp ein Kilometer lange Strecke ist teils durch Bäumen versperrt, teils ist der Weg weggebrochen. Sabine Frohnauer aus Murnau, die zum ersten Mal hier unterwegs ist. "Im Internet ist der Rundwanderweg mit 'leichter Schwierigkeitsgrad' beschrieben. Aber man muss über Äste und Steine klettern. Ich finde den Weg gefährlich, wenn man nicht ganz trittsicher ist."

Verbotsschilder liegen am Abhang

Wegen der offensichtlichen Gefahren hat die Gemeinde die Schlucht Anfang April gesperrt. Einige wollen das offensichtlich nicht akzeptieren und haben die Verbotsschilder den Abhang hinunter geworfen. Bürgermeister Grünbauer will den Weg sanieren und den hinteren Bereich mit dem Wasserfall absperren. Die Hindernisse wären seiner Ansicht nach leicht zu beheben. Die Regierung von Oberbayern hat das bisher aus Naturschutzgründen verboten. Die Regierung von Oberbayern antwortet nun schriftlich auf eine Anfrage des BR. Im Text heißt es:

"Die Wiederherstellung oder der Bau eines öffentlichen Weges würde an den Steilhängen der Pähler Schlucht umfangreiche Verkehrssicherungspflichten auslösen, die mit dem Schutzstatus der Pähler Schlucht als Naturschutz- und Natura-2000-Gebiet in Konflikt stehen würden."

Hoffnung auf Sanierung

Seit letzten Freitag hat die Gemeinde wieder Hoffnung, dass sie die Schlucht doch wieder für die Öffentlichkeit freigeben kann. Die Regierungspräsidentin Maria Els und Landrätin Andrea Jochner-Weiß haben bei einer Ortsbesichtigung ihre Unterstützung angekündigt. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde soll die Beschilderung verbessert, der Steinschlag gefährdete Bereich gesperrt und der Weg moderat ausgebessert werden. Bis das soweit ist, wird noch einiges Wasser den Burgleitenbach hinab fließen – und so lange wird die Sperre wohl bleiben müssen.