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P43 beschlossen - Schweinfurter Landrat verärgert | BR24

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Stromtasse-Tennet

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    P43 beschlossen - Schweinfurter Landrat verärgert

    Die Wechselstrom-Leitung P43 von Hessen nach Bergrheinfeld bei Schweinfurt wird gebaut. Das hat der Bundestag entschieden. Schweinfurts Landrat Florian Töpper ärgert sich - unter anderem, weil nur kleine Abschnitte unter der Erde verlegt werden.

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    Von
    • Norbert Steiche

    Die Wechselstromleitung P43 von Mecklar in Hessen nach Bergrheinfeld im Landkreis Schweinfurt wird gebaut. Der Bundestag hat das am Donnerstag mit dem neuen Bundesbedarfsplangesetz entschieden.

    Freileitungen und wenig Erdkabel

    Die bislang eingegangenen politischen Reaktionen aus der Region sind ablehnend: Der Schweinfurter Landrat Florian Töpper (SPD) ist verärgert über weitere Stromnetzausbauten. Die Neubaumaßnahme mit dem jetzigen Arbeitstitel "Fulda-Main-Leitung" sei als Freileitung geplant. Nur einige wenige Abschnitte von maximal sechs Kilometern Länge sollen Erdkabel enthalten. Insoweit sei es "schlichtweg Schönfärberei", wenn behauptet werde, die Trasse P43 würde "weitestgehend" unter die Erde verlegt werden, so Töpper.

    "Politische Vereinbarungen nicht eingehalten"

    Besonders ärgert sich Töpper darüber, dass politische Vereinbarungen "bereits zum zweiten Mal nicht eingehalten" wurden. Im Juli 2015 hätte die damalige Regierungskoalition im Bund mit dem Freistaat Bayern vereinbart, dass zur Entlastung des Netzknotens Grafenrheinfeld/Bergrheinfeld Alternativen auch für die Leitung P43 zu finden wären: "Zum damaligen Zeitpunkt wurde diese Entscheidung in der Region erleichtert aufgenommen und hat dazu beigetragen, dass für den SuedLink als Erdkabelprojekt die Akzeptanz in der Region gestiegen ist," heißt es von Töpper wörtlich.

    Region "besonders vom Netzausbau betroffen"

    Die CSU-Bundestagsabgeordnete Anja Weisgeber aus Schwebheim (Landkreis Schweinfurt) hat, wie sie mitteilt, im Bundestag gegen das Gesetz zum P43-Bau gestimmt - "aufgrund der starken regionalen Betroffenheit". Sie begrüße, dass die geplante Wechselstromleitung P44 von Altenfeld in Thüringen über die Haßberge nach Grafenrheinfeld entfallen solle und es mit dem vorliegenden Gesetz keine Erweiterung des SuedLinks um einen dritten Strang geben werde. Dennoch sei die Region besonders stark vom Netzausbau betroffen, schreibt Weisgeber:

    "Der Bau aller zusätzlich geplanten Leitungen stellt eine weitere Einschränkung der Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinden und Städte sowie eine zusätzliche Belastung der Menschen dar." Anja Weisgerber, CSU-MdB

    Proteste gegen Stromtrassen

    Unter anderem in der Gemeinde Bergrheinfeld gab es in der Vergangenheit Proteste gegen die geplanten Stromleitungen - vor allem von Landwirten. Die Gemeinde ist mit rund 170 Stromleitungen laut ihrem Bürgermeister Ulrich Werner "überaus belastet".

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