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P. Herzberger-Fofana - erste fränkische Grüne im EU-Parlament | BR24

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Pierrette Herzberger-Fofana (Bündnis90/Die Grünen)

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    P. Herzberger-Fofana - erste fränkische Grüne im EU-Parlament

    Pierrette Herzberger-Fofana ist als erste fränkische Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen ins EU-Parlament gewählt worden. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin und international aktive Frauenrechtlerin ist voller Tatendrang.

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    Wenn Pierrette Herzberger-Fofana bisher in ihrem langen glänzend-bestickten Gewand durch die Erlanger Innenstadt gelaufen ist, war sie schon immer ein Hingucker. Jetzt aber muss sie immer wieder anhalten, um die Glückwünsche der Erlanger entgegen zu nehmen. Als erste Grünen-Politikerin aus Franken darf die 70-jährige promovierte Literaturwissenschaftlerin und international aktive Frauenrechtlerin ins EU-Parlament einziehen. "Das ist was Neues – eine wunderbare Überraschung, eine neue Aufgabe. Ich fühle mich ein bisschen euphorisch, glücklich, aber gleichzeitig ist mir diese Verantwortung auch bewusst", so die frischgebackene EU-Parlamentarierin.

    "Erlangen ist die schönste Stadt der Welt!"

    In Mali geboren, aufgewachsen in Dakar, Studium in Paris, München und Trier und die Doktorarbeit an der Universität Erlangen-Nürnberg, dann die erste Stelle als Gymnasiallehrerin und Lehrbeauftragte, auch an verschiedenen anderen deutschen Universitäten. Seit 1980 lebt und arbeitet Pierrette Herzberger-Fofana in der Hugenottenstadt und die ist für sie immer noch die schönste Stadt der Welt, international und nicht zu groß. Es sei außerdem auch eine gute Stadt, um Kinder großzuziehen. Hier sind auch ihre vier Jungs aufgewachsen. Erlangen ist für die Grünen-Politikerin seit 40 Jahren Lebensmittelpunkt.

    Erste Afrikanerin in einem deutschen Stadtrat

    Ihr soziales Engagement und ihre Kontaktfreude haben sie 2005 fast zwangsläufig in die Politik geführt, damals, als erste Afrikanerin in einem deutschen Stadtrat und jetzt: das EU-Parlament. Als Erlanger Stadträtin waren es vor allem drei Themen, die sie antrieben, mit denen sie sich auch immer wieder zu Wort gemeldet hat, Artikel dazu veröffentlichte oder Reden hielt unter anderem vor den Vereinten Nationen: Erstens die Entwicklungspolitik, vor allem in den afrikanischen Ländern und zweitens die Frauen- und Migrantinnenrechte.

    "Und als drittes dann Menschenrechte, also der Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und insbesondere dieses "racial profiling". Das sind Themen, die ich immer bearbeitet habe. Ich habe mich immer dafür engagiert, gerade gegen Rassismus habe ich oft geschrieben, sogar offene Briefe, und da will ich wirklich mein Zeichen hinterlassen." Pierrette Herzberger-Fofana

    Sechs Stunden Zugfahrt nach Brüssel – jede Woche

    Und genau für die Themen fährt Pierrette Herzberger-Fofana jetzt einmal pro Woche fünf bis sechs Stunden lang mit dem Zug von Erlangen nach Brüssel ins EU-Parlament. Und hat bei der ersten Sitzung in der vergangenen Woche schon erstaunt festgestellt, dass es bei der europäischen Grünen-Fraktion kaum weibliche Abgeordnete mit Migrationshintergrund gibt. Auch in Europa gibt es für sie also viel zu tun und wer sie kennt, weiß, dass sie das eher anspornt als abschreckt.

    "Mein Wunsch wäre, dass beim nächsten Mal mehrere Frauen mit Migrationshintergrund, also Migrantinnen kandidieren und dann in Europa vertreten sind. Das ist mein Wunsch. Ich sage immer: Europa ist bunt, vielfältig und das muss sich auch überall widerspiegeln, in allen Institutionen." Pierrette Herzberger-Fofana

    Junge Menschen für Europa begeistern

    Pierrette Herzberger-Fofana will mit ihrer EU-Arbeit vor allem jungen Menschen Mut machen, sich zu engagieren, Rassismus zu bekämpfen und Verantwortung zu übernehmen – für dieses Europa. Jetzt aber wird sie erstmal ein eigenes Büro in Franken eröffnen. Sie wird also weiterhin in Erlangen präsent sein.