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Der Ausbau der Osttangente ist seit Jahren umstritten

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    Osttangente bei Augsburg: Umstrittenes Projekt vor dem Aus?

    Die umstrittene Osttangente bei Augsburg wird immer unwahrscheinlicher. In dieser Woche haben sich führende CSU-Politiker aus der Region gegen den Bau der Trasse ausgesprochen. Doch die Gegner des Projekts vor Ort sind skeptisch.

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    Von
    • Jochen Eichner

    Die umstrittene Osttangente bei Augsburg verliert immer mehr Unterstützer. In der Region ist das Projekt stark umstritten, nun haben sich führende CSU-Politiker aus der Region gegen den Bau der Trasse ausgesprochen. Der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz (CSU), der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko (CSU) und Landrat Klaus Metzger (CSU) favorisieren stattdessen einen teilweisen Ausbau der B2 zwischen der A8 und Mering.

    Zu hoher Preis für die Natur

    "Nach zahlreichen Gesprächen mit Bürgern und Behörden sind wir der festen Überzeugung, dass die Verkehrsprobleme des Landkreises Aichach-Friedberg auch ohne 'Osttangente' gelöst werden können", teilen die Politiker in einer gemeinsamen Erklärung mit. Das zunehmende Verkehrsaufkommen in der Region könne mit der Ertüchtigung der B2 bewältigt werden. "Für andere Lösungen müsste am Ende die Natur einen viel zu hohen Preis zahlen. Um unsere einmalige Naturlandschaft im Landkreis zu schützen, brauchen wir einen möglichst flächensparenden Ansatz."

    Gegner stimmen zu - und bleiben skeptisch

    Von den Gegnern kommt vorsichtige Zustimmung. Das „Aktionsbündnis Keine Osttangente“ begrüßte den Vorstoß der CSU-Politiker. In einer Stellungnahme heißt es, offenbar hätten die langjährigen Verfechter der Osttangente erkannt, dass eine Schnellstraße durch das Lechfeld angesichts fundamentaler ökologischer Krisen und Klimaerwärmung nicht durchsetzbar sei. Die zeitliche Nähe zur Bundestagswahl lasse allerdings befürchten, dass es sich hier um ein Wahlkampfmanöver handele, so das Aktionsbündnis. Schließlich sei der Bau der umstrittenen Osttangente zweifelsohne eines der wichtigsten bundespolitischen Themen in der Region.

    Aktivisten fordern Zusage von Bund und Land

    Gleichzeitig warnen die Gegner der Osttangente, dass die Kostenfrage einer Alternativlösung noch nicht beantwortet sei. Die bisherige Planung sei nach wie vor in vollem Umfang im Bundesverkehrswegeplan enthalten und könne nicht einfach durch örtliche Abgeordnete oder das Staatliche Bauamt verändert werden. Die Lösung lokaler Problemstellen sei durch den Bund nicht finanzierbar, heißt es vom Aktionsbündnis: "Aus unserer Sicht sind die Vorschläge erst dann valide, wenn belastbare Zusagen zum Verzicht auf die Osttangente von Bund und Land vorliegen, und die vorgeschlagenen lokalen Lösungen finanzierbar sind. Auch fordern wir echte Bürgerbeteiligung bei der weiteren Planung der Osttangente", so die Aktivisten.

    Entlastung von Kissing durch kleine Ortsumfahrung

    Die CSU-Politiker Durz, Tomaschko und Metzger schlagen vor, die derzeitige Kreisstraße AIC25 zwischen Friedberg und der A8 zweibahnig ausbauen. Der südliche Bereich zwischen der B300 und Mering soll einbahnig bleiben und ertüchtigt werden. Die Bürger von Kissing sollen durch eine "kleine Ortsumfahrung" vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Diese soll direkt entlang der Bahnlinie einbahnig über die Trasse der bestehenden Auenstraße realisiert werden - diese ist seit Jahren im Flächennutzungsplan freigehalten worden.

    Staatliches Bauamt präsentiert neues Konzept

    Das Staatliche Bauamt Augsburg hat inzwischen ein entsprechendes Konzept vorgestellt. Damit sollen die dringlichsten verkehrlichen Defizite im südlichen Landkreis Aichach-Friedberg gelöst werden und gleichwohl dem Natur- und Umweltschutz in größtem Maße Rechnung getragen werden, heißt es vom Bauamt. Bei der Planung werde auch der Schutz der FFH-Gebiete entlang des Lechs und der ökologisch wertvollen Bahngruben eine wichtige Rolle spielen, wie es in der Pressemitteilung des Amtes heißt.

    Tangenten-Gegner wollen an Planung teilhaben

    Die Gegner der Osttangente sind dagegen skeptisch. Beim „Bündnis Keine Osttangente“ heißt es, in den vergangenen Jahren habe das Staatliche Bauamt mehrstellige Millionenbeträge für Grundstücke, Gutachten und Arbeit ausgegeben. Nun stehe man mehr oder weniger wieder am Anfang: "All dies ist durch das engstirnige Festhalten an der Osttangente entstanden". Die Osttangenten-Gegner sagen, sie seien aber gerne bereit, sich in den Dialog zur weiteren Planung einzubringen.

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