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Aschau reaktiviert zu Ostern das Heilige Grab der Gemeinde | BR24

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Aschau im Chiemgau besitzt einen ganz besonderen Schatz: eines der größten Heiligen Gräber in Bayern. Jahrzehntelang war es vergessen, heuer soll es wieder aufgebaut und bespielt werden. Dazu muss man sich aber mit der Restaurierung beeilen.

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Aschau reaktiviert zu Ostern das Heilige Grab der Gemeinde

Die Gemeinde Aschau hat wieder ein Heiliges Grab – eines der größten bayernweit. Seit der Barockzeit bis ins letzte Jahrhundert waren solche Nachbauten des Grabes von Jesus in vielen Kirchen Tradition. In Aschau lebt sie jetzt wieder auf.

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Auf den ersten Blick ist es eine gewaltige Holzkulisse in der Pfarrkirche, das Heilige Grab in der Gemeinde Aschau. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass diese Kulisse die Unterwelt und das Grab Jesu zeigt. Und ganz oben, die Himmlische Ebene. Dort, wo jetzt eine Darstellung von Gott zu sehen ist, erscheint an Ostern der auferstandene Jesus Christus. Bis dahin wartet die Jesusfigur hinter den Kulissen auf ihren Einsatz.

"Der Auferstandene kommt für die Osternacht hier auf den Aufzug und dann wird er hochgefahren und dann wird er oben im obersten Teil vom Heiligen Grab sichtbar." Pfarrer Paul Janßen

330 Jahre alt ist die Jesus-Figur. Einige Teile der Kulisse sind vermutlich noch älter. Vor 400 Jahren wurde das Heilige Grab von Aschau zum ersten Mal schriftlich erwähnt und seitdem regelmäßig erweitert und aufgebaut. Auch andere Gemeinden schufen Heilige Gräber. Dann: das plötzliche Ende dieser Tradition. Nach den Worten von Wolfgang Bude vom Heimat- und Geschichtsverein Aschau wurden viele Heilige Gräber in den 1950er-Jahren zerstört, eingeheizt, weil sich die ganze Kar-Liturgie geändert hat.

Das Heilige Grab von Aschau wurde zwar nicht zerstört, aber jahrelang auf dem Dachboden der Kirche versteckt. Erst 2010 begann die Restaurierung. Sie dauerte acht Jahre lang. Fraglich war Bude zufolge, ob es gelingen würde, die Statik wiederherzustellen.

Anhand eines einzigen Schwarzweiß-Fotos musste die Kulisse rekonstruiert werden. Eine besondere Herausforderung dabei: die Grablichter. Mundgeblasene Glaskugeln, gefüllt mit buntem Wasser und durch kleine LEDs beleuchtet. Acht ehrenamtliche Helfer haben Pfarrer Paul Janßen zufolge einen Dreivierteltag gebraucht, um die Farben zu mischen und die Kugeln aufzufüllen.

Mit dieser Kulisse, Konzerten und einem Auferstehungsspiel hofft Pfarrer Janßen, mehr Menschen in die Kirche zu locken.

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Autor
  • Patricia Gabor
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