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Oster-Bilanz: Kuriose Corona-Einsätze | BR24

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Ostern bei schönstem Wetter - in München ist es dem ein oder anderen schwer gefallen die Ausgangsbeschränkungen einzuhalten.

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    Oster-Bilanz: Kuriose Corona-Einsätze

    Ostern bei schönstem Wetter, aber Großeltern und Freund darf man aufgrund der Corona-Krise nicht besuchen – das ist einigen im Freistaat schwer gefallen und hat zu teilweise außergewöhnlichen Polizeieinsätzen geführt.

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    Von
    • Stefanie Ritter

    Dieses Osterfest ist völlig anders abgelaufen, als es die meisten kennen. Trotz dem annähernd sommerlichen Wetter waren Ausflüge tabu - genauso wie der Besuch von Freunden und Familie. Auch wenn die Bilanz der bayerischen Polizei über die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen im Großen und Ganzen zufriedenstellend ausfällt, mit einigen Einsätzen war die Polizei an den Osterfeiertagen dennoch beschäftigt. Innenminister Herrmann lobte im BR-Interview das Verhalten der Menschen in Bayern: Die überwältigende Mehrheit habe sich an die Ausgangsbeschränkungen gehalten. Insgesamt seien rund 90.000 Kontrollen durchgeführt worden. Er betonte, dass es weiter notwendig sei zu kontrollieren, da es immer noch Menschen gebe, die kein Einsehen in die Maßnahmen hätten.

    Positiv getestete Familie lädt Gäste ein, wird handgreiflich und sitzt jetzt hinter Gittern

    Wie zum Beispiel in Immenstadt im Landkreis Oberallgäu. Dort hatte eine Familie zu Ostern Gäste in ihren Garten eingeladen. Und das, obwohl Mitglieder der Familie positiv auf das Virus getestet worden waren. Demnach bekamen fünf Gäste Platzverweise. Anzeigen gab es hingegen für alle - wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. In der Nacht darauf kam es dann offenbar auch noch zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen der Mutter und ihren Kindern.

    Weil sie laut Polizei uneinsichtig waren, die Beamten traten und die Gefahr bestanden habe, dass sie erneut gegen die Quarantäne-Anordnung verstoßen würden, sitzen zwei der Familienmitglieder nun für ein paar Tage hinter Gittern. In über 500 Fällen hat das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West über Ostern Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet.

    Einbruch nach illegaler Geburtstagsfeier

    Noch verwirrender ging es zu bei einem Polizeieinsatz in Oberfranken. Hier hatte eine illegale Geburtstagsfeier in Bayreuth einen Einsatz von Polizei, Polizeihubschrauber und Feuerwehr zur Folge. Nach einem Platzverweis brachen zwei der Gäste sogar in die Wohnung des Gastgebers ein.

    Polizei in der Oberpfalz ist zufrieden

    In der Oberpfalz musste die Polizei an den Osterfeiertagen 380 Anzeigen aufnehmen - bei 3.500 Kontrollen. Besonders kontrolliert wurden beliebte Ausflugsziele wie zum Beispiel die Walhalla in Donaustauf, die Donauradwege oder das Oberpfälzer Seenland – hier wurden vereinzelt Verstöße festgestellt. Die Park- und Grünanlagen in den Städten Amberg, Regensburg und Weiden waren trotz des guten Wetters vergleichsweise weniger stark besucht, die nötigen Abstände wurden hier überwiegend eingehalten, so die Polizei.

    Zwei unerlaubte Feiern in Unterfranken

    In Unterfranken löste eine Streifenbesatzung am Ostersonntag gegen 19 Uhr die Zusammenkunft von einem Dutzend Personen zwischen 24 und 40 Jahren in Kitzingen auf. Und um 21 Uhr beendeten Polizisten eine private Garagenfeier in Obernburg am Main. Die zehnköpfige Gruppe war zwischen 23 und 58 Jahren alt und feierte lautstark. Einige waren sogar von außerhalb angereist, weshalb die Beamten Platzverweise erteilten.

    Bilanz in Oberbayern: Studenten-Party, verirrte Wanderer und Stau wegen „Drive-Through-Segnung“

    In München musste die Polizei am Sonntagabend eine Grillparty mit 51 feiernden Personen im Innenhof eines Studentenwohnheims auflösen. Die Beteiligten, überwiegend zwischen 20 und 30 Jahre alt, wurden wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Aufgrund des sonnigen Frühlingswetters hatte sich die Polizei hier im Alpenvorland und in den Bergen auf eine erhöhte Kontrolltätigkeit eingestellt. Kräfte der Alpinen Einsatzgruppe überwachten mit Unterstützung von Hubschraubern Wanderwege und Berghütten.

    Ein Paar aus Ingolstadt, das sich bei einer Tour verirrt hatte, musste am Samstag total erschöpft von der Bergwacht und einem Polizeihubschrauber ins Tal gebracht werden. Für einen ungewöhnlichen Polizeieinsatz sorgte ein österlicher Stau im Landkreis Freising. Dort gab es in Attenkirchen die Möglichkeit, seinen Osterkorb in einer "Drive Through" Variante weihen zu lassen, also mit einem kurzen Autostopp. Das Angebot war so beliebt, dass etwa 1.200 Fahrzeuge Schlange standen und die Polizei den Verkehr regeln musste.

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