Wie in München haben bei Ostermärschen in vielen bayerischen Städten Menschen für den Frieden demonstriert.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Angelika Warmuth
  • Artikel mit Video-Inhalten
>

Ostermärsche in Bayern: Ukraine-Krieg beenden – ohne Waffen

Ostermärsche in Bayern: Ukraine-Krieg beenden – ohne Waffen

"Reden statt schießen", "Nein zum 100-Milliarden-Hochrüstungsprogramm": Wie in München haben bei Ostermärschen in vielen bayerischen Städten Menschen für den Frieden demonstriert. Sie sind überzeugt: Waffen können den Ukraine-Krieg nicht beenden.

Vergangenes Jahr hatte die Corona-Pandemie die Ostermärsche in bayerischen Städten ausgedünnt. Dieses Jahr waren wieder deutlich mehr Menschen auf den Straßen, um für Frieden zu demonstrieren. Doch angesichts des Ukraine-Kriegs ist die Friedensbewegung gespalten: Selbst bekennende Pazifisten fordern das Recht der Ukraine ein, sich gegen den russischen Angriff zu verteidigen. Dagegen das Motto der diesjährigen Ostermärsche "Frieden schaffen ohne Waffen".

500 bis 1.000 Friedensdemonstranten in München

In München beteiligten sich laut Polizei rund 470 Menschen. Die Veranstalter sprechen von 1.000 Teilnehmern bei der Friedensdemonstration vom Marienplatz zum Gärtnerplatz und zurück. Die meisten Teilnehmer forderten einen Stopp der Waffenlieferungen, stattdessen Abrüstung und eine friedliche Lösung. Auf einem großen Banner stand beispielsweise: "Waffen schaffen keinen Frieden".

Angeführt wurde der Zug mit dem Banner: "Nein zum Krieg." Neben einigen politischen Gruppen mit Fahnen hatten die meisten Teilnehmer Regenbogenfarben-Flaggen oder selbst beschriebene Plakate dabei. Bei der abschließenden Kundgebung sprachen einige Friedensaktivisten. Laut Polizei lief der Ostermarsch in München wie geplant und ohne Zwischenfälle ab.

In Oberbayern waren heute Ostermärsche zudem in Miesbach, Ingolstadt und Traunstein geplant.

Ostermarsch in Aschaffenburg: Rüstungsexporte stoppen

In Aschaffenburg waren rund 90 Bürger dem Aufruf von Attac und den Friedenstrommlern zur Friedensdemonstration durch die Innenstadt gefolgt. Die Teilnehmer forderten die Bundesregierung auf, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen und Rüstungsexporte zu stoppen. Außerdem forderten sie, alle militärischen Interventionen zu beenden, Auslandseinsätze der Bundeswehr eingeschlossen.

Friedensbewegung in Würzburg: "Statt Aufrüstung - 100 Milliarden für eine gerechte Welt"

Zeitgleich hatten sich am Würzburger Hauptbahnhof rund 200 Ostermarschierer versammelt. Aufgerufen hatte ein sogenanntes Ostermarschbündnis bestehend unter anderem aus Ökopax, DGB, Greenpeace und Fridays For Future. Motto des diesjährigen Ostermarsches in Würzburg war "Statt Aufrüstung - 100 Milliarden für eine gerechte Welt". Die Teilnehmer protestierten gegen die Erhöhung des Rüstungsetats, atomare Drohgebärden und Waffenlieferungen. Sie forderten stattdessen den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag der UNO, Verhandlungen über eine europäische Friedensordnung im Rahmen der OSZE und den Ausbau ziviler Friedensdienste.

Die Ostermärsche in Aschaffenburg und Würzburg sind störungsfrei und friedlich abgelaufen.

"Die Waffen nieder": Ostermärsche in Erlangen und Ansbach

Unter dem Motto "Die Waffen nieder" sind im mittelfränkischen Erlangen und Ansbach insgesamt 310 Menschen im Rahmen der Ostermärsche auf die Straße gegangen. Laut Angaben der Polizei versammelten sich in Erlangen 160 und in Ansbach 110 Personen. Laut Aufruf des Friedensforums Nürnberg haben sich die Teilnehmer dafür eingesetzt, Konflikte weltweit "diplomatisch zu lösen".

Ebenso verurteilen die Organisatoren den "völkerrechtswidrigen Krieg Russlands gegen die Ukraine" aufs Schärfste. Der Krieg würde den Menschen unsägliches Leid zufügen und das Land verwüsten. Im Zuge des Angriffskriegs drohe eine "Eskalation bis zum Atomkrieg", befürchtet das Friedensforum. Dennoch seien Waffenlieferungen an die Ukraine laut Friedensforum kontraproduktiv. Vielmehr sollten Rüstungsausgaben für "sinnvolle zivile Zwecke umgewidmet werden", heißt es in dem Aufruf zum Ostermarsch. Die Initiative fordert daher einen "Friedensvertrag", der ein "Einstieg in ein Konzept der gemeinsamen Sicherheit in Europa sein" könne.

Friedensforum: Russlands Angst vor Nato-Osterweiterung ernst nehmen

Laut Friedensforum seien die Ängste Russlands vor einer NATO-Osterweiterung "genauso ernst zu nehmen wie die Bedrohungsängste in vielen Nachbarländern Russlands." In diesem Klima müsse der Initiative zufolge der "Einstieg in ein neues Wettrüsten verhindert werden".

Ostermärsche in vielen bayerischen Orten

Weitere Ostermärsche waren in Bayern heute in etwa in Augsburg, Bayreuth und Ingolstadt geplant.

Am Montag geht die Friedensbewegung unter anderem in Nürnberg und Landshut auf die Straße.

Ostermarsch in München

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Angelika Warmuth

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!