BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Osterbesuch bei der "Egauschäferin" in Wittislingen | BR24

© BR
Bildrechte: BR/ Judith Zacher

Die Frühlingssonne lockt uns ins Freie und auch die Tiere bekommen Frühlingsgefühle: Das merkt auch Hobbyschäferin Jenny Feil, die jeden Tag zu ihren Schafen am Dorfrand von Wittislingen kommt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Osterbesuch bei der "Egauschäferin" in Wittislingen

Ostern steht vor der Tür, die Sonne scheint - und die Natur erwacht. Das spüren auch die Schafe von "Egauschäferin" Jenny Feil aus Wittislingen: Die hüpfen und springen um die Wette. Für die junge Frau sind die Tiere ein Ausgleich zum Arbeitsalltag.

Per Mail sharen
Von
  • Judith Zacher

Hier kann Jenny Feil entspannen: auf der Wiese, am Ortsrand von Wittislingen im Landkreis Dillingen. Man hört nur das Blöken der Schafe, die Vögel zwitschern. Noch sind die Schafe in ihrem Unterstand, dunkelbraune, hellbraune, braun-gescheckte. Die meisten sind Bergschafe.

Gleich dürfen sie raus auf die Weide, das frische Gras zupfen. Vorher will Jenny Feil aber noch das Euter einer trächtigen Aue kontrollieren, so nennt man weibliche Schafe. Mit einem kraftvollen Ruck wuchtet sie das Schaf auf den Rücken. Mit dem Euter ist alles in Ordnung. Insgesamt 13 Schafe aus ihrer Herde sind trächtig. Es kann jetzt jeden Tag soweit sein.

Mindestens 13 Lämmchen werden erwartet

Dann wird Jenny Feil auch so manche Nacht bei ihren Schafen verbringen. Sie spüre, wenn es soweit ist, sagt die junge Hobbyschäferin, dann halte es sie es im Bett auch nicht mehr aus, schaue lieber nach, ob alles gut geht. Eigentlich hat sie Kauffrau gelernt, dann aber schnell gemerkt: die Landwirtschaft liegt ihr mehr. Deshalb betreut sie jetzt hauptberuflich Ferkelerzeuger, in ihrer Freizeit kümmert sie sich um ihre insgesamt etwa 80 Schafe.

© BR
Bildrechte: BR/ Judith Zacher

Ostern steht vor der Tür, die Sonne scheint - und die Natur erwacht. Das spüren auch die Schafe von "Egauschäferin" Jenny Feil aus Wittislingen: Die hüpfen und springen um die Wette. Für die junge Frau sind die Tiere ein Ausgleich zum Arbeitsalltag.

Lammaufzucht mit der Flasche

Angefangen hat alles mit einem Flaschenlamm, also einem Lamm, das mit der Flasche aufgezogen werden musste. Das kann nötig sein, wenn die Mutter Zwillinge bekommt und nicht genügend Milch hat oder wenn sie ihr Lamm immer wieder wegstößt, etwa, weil ihr Euter entzündet ist - oder wenn sie bei der Geburt gestorben ist.

Bei den Schafhaltern in der Umgebung hat es sich herumgesprochen, dass Jenny Feil ein Händchen für die Lämmer hat. Immer wieder bringen ihr befreundete Schäfer ihre Lämmer, wenn es Probleme beim Säugen gibt. Eines von ihnen ist Nele: "Das war mein erstes Flaschenlamm hier in Wittislingen. Die ist was ganz Besonderes. Das wird sie auch bleiben, bis zum Schluss", sagt die Schäferin aus Leidenschaft. Sie drückt das schwarze Schaf an sich.

Lämmer müssen geschlachtet werden

Von den anderen Lämmern kommen zwei Mal pro Jahr ein paar zum Schlachten, manchmal auch große Schafe. Leicht falle ihr es nicht und sie werde sich sicher nie ganz daran gewöhnen, sagt Jenny Feil. "Weil sie so lieb sind, gestreichelt werden, weil sie alle so herkommen. Aber man kann nicht alle behalten. Und schmecken tun sie halt auch."

© BR/Judith Zacher
Bildrechte: BR/Judith Zacher

Es muss nicht immer Lamm sein: Salami und Schäferstecken vom Schaf

Salami oder Schäferstecken vom Schaf, Lammfleisch und Felle

Salami vom Schaf, mit oder ohne Käse, "Schäferstecken", eine luftgetrocknete Wurst, oder auch eingeweckte Schafwurst lässt sie vom Metzger zubereiten. Anfangs hat sie ihre Produkte nur für die Familie und Freunde hergestellt, jetzt verkauft sie sie bei sich zuhause, aber auch im benachbarten Steidle Hofladen in Zöschlingsweiler. Dort gab es zu Weihnachten auch Schaffelle, jetzt zu Ostern Lammfleisch. Das Fleisch ist von Lämmern, die fast ein Jahr alt sind.

Frühlingsgefühle auf der Weide

Inzwischen hat Jenny Feil die Schafe auf die Weide gelassen. Sie tollen ausgelassen herum. "Ich könnte stundenlang zuschauen", sagt sie und lächelt. "Wie die Alten so rumhüpfen, wie die Jungen, oder einfach nur zufrieden sind und fressen: Das macht mich glücklich. Und außerdem ist das hier, direkt an der Egau, so ein schönes Fleckle", sagt die Wittislingerin. Die Egau schlängelt sich an der Weide entlang. Das kleine Flüsschen ist auch ihr Namenspate: Als Egauschäferin ist Jenny Feil bekannt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!