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Oskars Wunschreise | BR24

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Oskar ist sechs Jahre alt und hat einen Gehirntumor. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr auf dieser Welt. Seine Mutter Janina will ihm daher jede Sekunde so schön wie möglich machen. So ging es mit dem Wünschewagen nach München ins Sea Life Aquarium.

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Oskars Wunschreise

Vor knapp einem Jahr wurde bei Oskar ein bösartiger und unheilbarer Hirntumor diagnostiziert. Therapien können dem Sechsjährigen nicht mehr helfen. Der Bayerische Rundfunk durfte Oskar im Wünschewagen begleiten.

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Anfangs kämpfte Oskar gegen den Tumor in seinem Kopf, fing an, sich gegen die Stirn zu schlagen. Irgendwann haben er und Mama Janina beschlossen, den Krebs als Freund zu sehen. Max heißt der Tumor jetzt.

Unter Wasser in eine andere Welt

Oskar sitzt eingemummelt in der blauen Sternchendecke, mampft Gummibärchen und lacht. Zusammen mit dem Team vom Wünschewagen fahren er und seine Mama ins Münchner SeaLife. "Er liebt halt Aquarien", sagt Oskars Mutter Janina. "Ich will Oskars Wünsche erfüllen!"

"Letzte Wünsche wagen" steht auf dem umgebauten Rettungswagen, mit dem Oskar und Janina von Nürnberg nach München fahren. Janina ist alleinerziehend. Jeden Tag spürt die 28-Jährige quasi, wie sich die Realität um ihren Hals klammert und sie fast erwürgt: Viel Zeit mit Oskar wird ihr laut ärztlicher Prognose nicht bleiben.

"Er weiß, dass es keine Erkältung ist. Er sagt auch manchmal, dass er wieder so sein will wie früher. Ich habe ihm nie gesagt, dass er so schlimm krank ist, dass er sterben wird. Das schaffe ich nicht."

Ehrenamtlicher Krankentransport

Für solche "besonderen Fahrten" ist der normale Rettungstransport nicht ausgelegt. Der Wünschewagen ist ein Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes. Ehrenamtliche erfüllen Sterbenskranken letzte Wünsche. Die Fahrten sind kostenlos.

Das Team vom Wünschewagen ist medizinisch geschult, sie fahren als ehrenamtliche Krankenschwestern, Rettungssanitäter, Ärzte mit. Ihre Mitfahrer, ihre Gäste, sind unheilbar krank, oftmals werden sie bereits in Hospizen oder Palliativstationen betreut. Ausgestattet sind die Wünschewagen deshalb mit notfallmedizinischer Komplettversorgung.

Zum Frühstück Sushi

Die Überlebenszeit nach der Diagnose eines diffusen intrinsischen Ponsglioms beträgt im Schnitt neun Monate. Durch Bestrahlungen konnten Oskar und Janina Zeit gewinnen. Seither darf Oskar jeden Tag so leben, als wenn jeder Tag der letzte wäre. "Und wenn er Sushi zum Frühstück möchte, dann bekommt er das…", sagt Janina – und fügt hinzu: "Vielleicht ist das gerade auch die schönste Zeit in meinem Leben!"