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Orkan, Tauwetter, Dauerregen: Hochwassergefahr in Bayern | BR24

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Dauerregen und eine frühe Schneeschmelze kommen zusammen - in weiten Teilen Bayerns herrscht nun Hochwassergefahr.

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Orkan, Tauwetter, Dauerregen: Hochwassergefahr in Bayern

Im ganzen Freistaat schlägt das Wetter Kapriolen: Von Orkanböen bis hin zu Lawinen ist mit allem zu rechnen. Insbesondere das drohende Hochwasser macht vielen Regionen zu schaffen. In einigen Teilen Bayerns wird die höchste Meldestufe 4 erwartet.

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Dauerregen in Südbayern! Das alleine wäre nicht so tragisch, doch die Schneefallgrenze liegt im Augenblick aufgrund außergewöhnlich milder Temperaturen oberhalb von 2.000 m. Es regnet also in den Bayerischen Alpen auf die Schneedecke und das sorgt für rasches und intensives Abschmelzen des vorhandenen Schnees in den Bergen. Zum Regen addiert sich somit auch noch das Tauwasser - und damit haben die ersten kleineren Flüsse bereits Hochwassermeldestufen erreicht. Noch sind es nur kleinere Ausuferungen. Der Hochwassernachrichtendienst erwartet allerdings in den nächsten Stunden weiter stark steigende Pegel.

Dauerregen kann zu überfluteten Straßen und Kellern führen

Der Deutsche Wetterdienst hat daher eine offizielle Unwetterwarnung herausgegeben. Gewarnt wird vor ergiebigem Dauerregen. Verbreitet fallen bis etwa Dienstagmittag 70 bis 90, in Staulagen der Alpen um 120 Liter pro Quadratmeter Regen. Im Schwarzwald und im Allgäu kann die Gesamtregenmenge, die seit dem Wochenende gefallen ist, auf örtlich 100 Liter, teils sogar auf 140 bis 200 Liter ansteigen.

In Südbayern und im Bayerischen Wald sei mit überschwemmten Kellern und gesperrten Straßen zu rechnen, so der Deutsche Wetterdienst. Auch an der Iller in Kempten und Sonthofen (Landkreis Oberallgäu) wird mit deutlich steigenden Wasserständen gerechnet. Für die Abend- und Nachtstunden zum Dienstag erwartet der Hochwassernachrichtendienst Bayern die Warnstufe drei von vier.

Kelheim rüstet sich fürs Hochwasser

Der Landkreis Kelheim rüstet sich für ein bevorstehendes Donau-Hochwasser. Der Scheitel wird am Mittwoch erwartet. Es könnte sogar die höchste Meldestufe 4 erreicht werden. Die Behörden bleiben jedoch gelassen. Der Hochwasserschutz wird heute bereits aufgebaut. Zum einen werden die Spundwände in Weltenburg heute Abend aufgestellt. Sie sollen das Kloster mit der weltberühmten Asamkirche vor Hochwasser schützen. Zum anderen wird auch der mobile Hochwasserschutz in Hienheim aufgebaut, einem Stadtteil von Neustadt an der Donau. Auch die Regionen Frankenwald und Fichtelgebirge sowie der Weiße Main in der Gemeinde Ködnitz (Landkreis Kulmbach) müssen mit Hochwasser rechnen.

1999 ist Neustadt vom damaligen Pfingsthochwasser stark geschädigt worden. Seitdem hat sich im Bereich Hochwasserschutz jedoch viel getan. Ein Sprecher des Landratsamtes Kelheim sagte dem Bayerischen Rundfunk heute, dass man auch bei der möglichen Meldestufe 4 sehr gelassen bleibe. Die Feuerwehren halten nach Auskunft des Sprechers auch keine Sandsäcke bereit, weil mit Schäden nicht zu rechnen sein.

20 Zentimeter Neuschnee und erhebliche Lawinengefahr

Regen und Tauwetter sind aber nicht das einzige Problem. Hinzu kommen erhöhte Lawinengefahr und Orkanböen. Auch hierzu gibt es eine offizielle Unwetterwarnung des DWD. Im Augenblick stürmt es vor allem in den Hochlagen der Alpen. In der Nacht auf morgen (Dienstag) wird es auch im höheren Alpenvorland und im höheren Bayerischen Wald Orkanböen geben. Dabei sind Windgeschwindigkeiten zwischen 105 und 120 km/h, auf hohen Alpengipfeln vorübergehend um 150 km/h möglich.

Der Lawinenwarndienst Bayern hat für heute die Lawinenwarnstufe 3 auf der fünfteiligen Skala ausgegeben. Das heißt, es herrscht eine erhebliche Lawinengefahr, wobei die vom Regen geschwächte, nasse Schneedecke das Hauptproblem darstellt. Unterhalb von 2.000 Metern kann es in allen Hangrichtungen zu Nass- und Gleitschneelawinen kommen. Oberhalb von 2.000 Metern schneit es dagegen und durch den orkanartigen Wind entstehen in diesen Bereichen neue Triebschneeansammlungen.

Heute Nacht und morgen sinken dann aber die Temperaturen und damit auch die Schneefallgrenze. Durch die Abkühlung wird die Nass- und Gleitschneeproblematik zurückgehen. Da es aber dann ca. 20 Zentimeter Neuschnee in den Alpen geben soll und der Sturm nach wie vor nicht nachlässt, ist mit starken Schneeverfrachtungen im Gebirge zu rechnen und so wird sich die Lawinengefahr auch vorerst nicht entspannen. Die aktuelle Lawinenlage finden Sie hier.

Zeigt sich der Winter auch im restlichen Bayern?

Im Flachland kommt es ebenfalls zu einigen Schneeschauern. Die eine oder andere weiße Wiese oder schneeglatte Straße wird es also auch im Flachland geben. Die Schneefallgrenze liegt am Dienstag in Franken bei rund 300 Metern. Weiter südlich hält sich noch mildere Luft. Dort gibt es ab 600 bis 700 Metern die ersten Schneeflocken. Und im Bayerischen Wald können bis zu 15 Zentimeter Neuschnee fallen.

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