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Opferanwalt: Mehrere Mittäter am Tatort | BR24

© pa-dpa/Istvan Bajzat

Spurensicherung am Tatort

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    Opferanwalt: Mehrere Mittäter am Tatort

    Seit einem Jahr wird zum Wiesn-Attentat von 1980 neu ermittelt. Opferanwalt Werner Dietrich sieht immer mehr Hinweise auf Hintermänner - und für die Verwicklung von V-Leuten.

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    Er habe bislang weniger als ein Prozent des Beweismaterials einsehen können, so Dietrich. Aber allein durch die Vernehmungen seiner Mandanten sei nachgewiesen oder zumindest sehr wahrscheinlich, "dass mehrere Mittäter mit Köhler am Tatort waren, die mit ihm in Kontakt standen, mit ihm gesprochen und gestritten haben." Und dass es eine zweite möglicherweise fehlgezündete Bombe, einen zweiten Explosionsherd gegeben habe. 

    Auch Hinweise auf V-Leute

    Auch lägen Hinweise vor, dass vier bis sieben V-Leute im Zusammenhang mit dem Oktoberfestattentat eingesetzt waren oder damit zu tun hatten. "Und es gibt den Verdacht, dass V-Männer zu den Hintermännern gehört, Täterwissen gehabt und Köhler und mögliche Mittäter unterstützt haben könnten."  

    Um das beweisen zu können, müssten Geheimdienstunterlagen herausgegeben werden. "Das wird einer der Knackpunkte der weiteren Arbeit sein", so Dietrich. "Erst wenn wir die Unterlagen haben, wissen wir, ob die Dienste mit offenem Visier spielen." 

    Ex-Ermittler: Rechtsextremismus geleugnet

    Er werde bei seiner Arbeit immer wieder aus Kreisen der damaligen Ermittler ermutigt: "Macht weiter. Es durfte damals keinen organisierten Rechtsradikalismus geben. Das wurde geleugnet und heruntergespielt."

    Am späten Abend des 26.09.1980 kamen bei dem Anschlag auf dem Münchener Oktoberfest zwölf Menschen ums Leben, 140 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Bombe war gegen 22.20 Uhr in einem Papierkorb am Haupteingang detoniert. Auch der rechtsextreme Bombenleger Gundolf Köhler starb. Die Bundesanwaltschaft hat bisher keinen namentlich bekannten Mittäter ermittelt.