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Opfer von Missbrauch kritisieren Hilfen des Bistums Augsburg | BR24

© BR/Susanne Hofmann

Das Bistum Augsburg möchte Opfern von Gewalt und sexuellem Missbrauch deutlich mehr Geld zukommen lassen. Damit kommt das Bistum einer geplanten, gemeinsamen Regelung der katholischen Bischofskonferenz zuvor. Das kritisieren Missbrauchsopfer.

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Opfer von Missbrauch kritisieren Hilfen des Bistums Augsburg

Das Bistum Augsburg möchte Opfern von Gewalt und sexuellem Missbrauch deutlich mehr Geld zukommen lassen. Damit kommt das Bistum einer geplanten, gemeinsamen Regelung der katholischen Bischofskonferenz zuvor. Das kritisieren Missbrauchsopfer.

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Zurückhaltend hat der sogenannte Eckige Tisch, eine Initiative Betroffener von Missbrauch in der Kirche, auf die Neuregelung im Bistum Augsburg zur Unterstützung von Missbrauchsopfern reagiert. Matthias Katsch, Mitbegründer und Sprecher der Organisation "Eckiger Tisch", schrieb dem BR auf Anfrage, er begrüße zwar die Ungeduld des Bischofs. Auch sie, die Betroffenen, seien ungedudig. Doch berge ein solcher Alleingang auch die Gefahr eines Flickenteppichs an Regelungen, wenn jedes Bistum und jede Ordensgemeinschaft eigene Verfahren einführten.

Opfer von Missbrauch fordern gemeinsame Regelungen

Katsch appellierte daher dringend an die Bischofskonferenz, eine gemeinsame Regelung anzugehen und dabei Betroffenenvertreter und externe Experten transparent in die Beratungen miteinzubeziehen. An den Augsburger Beschlüssen kritisierte Katsch, darin würden Einmalzahlungen und Unterstützungsleistungen bei Bedürftigkeit durcheinandergehen. Es könne nicht um Ersatz für Sozialhilfe gehen, so Katsch, "sondern um Schmerzensgeld für Betroffene, unabhängig von deren finanzieller Lage." Darüber hinausgehende Unterstützung für besonders bedürftige Betroffene sollte in seinen Augen nicht mit Entschädigungszahlungen für alle Opfer vermischt werden.

Höhere Entschädigungen für Opfer von sexuellem Missbrauch

Katsch betonte: "Die jetzt angekündigten Summen stehen in keinem Verhältnis zum angerichteten Schaden im Leben der Opfer. Aber sie bedeuten einen Fortschritt gegenüber den bisherigen Anerkennungsleistungen, die mit bis zu 5.000 Euro eher symbolischer Art waren." Seit Juni gelten für das Bistum Augsburg neue Regelungen zur Entschädigung von Missbrauchsopfern in der Kirche. Darin ist unter anderem ein maximaler Gesamtbetrag von 75.000 Euro für die Opfer sexuellen Missbrauchs festgelegt. Das Geld dafür soll nicht aus der Kirchensteuer, sondern aus dem Etat des Bischofs bezahlt werden.