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Open-Air-Partys in Ingolstadt: Konzept mit Hindernissen | BR24

© BR/Markus Konvalin

Eigentlich sollten in Ingolstadt corona-kompatible Partys stattfinden. Doch die Freiluft-Feiern funktioniert noch nicht. (Symbolbild)

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    Open-Air-Partys in Ingolstadt: Konzept mit Hindernissen

    Feiern im Freien, um die Clubs zu unterstützen: Das Kulturreferat Ingolstadt wollte an festgelegten Plätzen in der Stadt Freiluft-Partys ermöglichen. Doch das Konzept kommt nicht so recht in Schwung – Stadt und Veranstalter sind unzufrieden.

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    Es hätte eine Idee für ganz Bayern werden können: Freiluft-Partys an festgelegten Plätzen in der Stadt. So hatte es sich das Kulturreferat Ingolstadt vorgestellt und ein Konzept entwickelt, um der Clubszene Open-Air-Partys zu ermöglichen. Am vergangenen Wochenende hätte es losgehen sollen. Doch kurz vor dem Start sind drei der fünf Veranstalter wieder abgesprungen.

    Irish Pub "Molly Malone's" ist nicht mehr dabei

    Gedrückt ist die Stimmung bei Christian Korber und Philip Jackert, genannt Jackson, vom Irish Pub "Molly Malone's" in der Ingolstädter Altstadt. Die beiden hatten sich hier einiges vorgenommen für die nächsten Wochenenden: Einen bayerisch-irischen Biergarten wollten sie hier aufziehen, gemütliches Feiern im Freien. Eine kleine Bühne war aufgebaut, ein Pub-Quiz hätte stattfinden sollen und ein Bier-Tasting. "Aber das ist jetzt alles hinfällig", sagt Pub-Besitzer Jackson.

    Corona-Auflagen sprengen die Kalkulation

    Kurz vor Eröffnung sind die beiden abgesprungen. Und nicht nur sie: Insgesamt drei der fünf vom Kulturreferat ausgewählten Veranstalter zogen die Reißleine. Der Grund: zu harte Auflagen, die zu spät bekannt wurden, bemängelt Veranstaltungstechniker Christian Korber. "Plötzlich kam die Auflage, dass wir drei professionelle Sicherheitskräfte brauchen, die den kompletten Zeitraum über da sein müssen. Dieser Faktor hat die Kalkulation komplett gesprengt." Zumal sei ursprünglich nicht die Rede davon gewesen, dass nur freitags und samstags geöffnet werden dürfe und um 22 Uhr die Musik abgedreht werden müsse. Rund 1.000 Euro Fixkosten täglich für wenige Stunden Betrieb und mit maximal 200 Besuchern, das sei nicht zu stemmen gewesen.

    Kulturreferent kontert Kritik

    Für das finanzielle Problem hat Ingolstadts Kulturreferent Gabriel Engert Verständnis – nicht aber für die Kritik der abgesprungenen Veranstalter. Dass Sicherheits- und Hygieneregeln streng eingehalten werden müssen, sei vorab bekannt gewesen. Ebenso die sehr kurze Vorlaufzeit. "Wir haben versucht, einen Rahmen zu ermöglichen, aber der ist für den einen oder anderen nicht leistbar", so Engert. "Das ist auch für mich eine Enttäuschung, weil ich mich gefreut hätte, wenn es überall funktioniert." Er verstehe das Problem, wisse aber nicht, wie man es anders hätte handhaben sollen.

    Ein bisschen Party gibt es doch

    Es bleibt ein fader Beigeschmack auf beiden Seiten. Dabei hätte das Konzept der Freiluft-Partys bayernweit eine Vorreiter-Rolle übernehmen können. Immerhin: Eine der geplanten Partys fand am Wochenende statt. In der Exerzierhalle im Klenzepark wurde zu Lounge-Musik getanzt und gefeiert – dieses Mal noch bei freiem Eintritt. Ob es sich für den Veranstalter gelohnt hat, soll diese Woche bei einem Feedback-Gespräch im Kulturreferat geklärt werden.

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