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Online-Unterricht an Schulen: Kompetenzgerangel sorgt für Unmut | BR24

© BR / Rebekka Markthaler

Sind Schulen vorbereitet auf Distanzuntericht?

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Online-Unterricht an Schulen: Kompetenzgerangel sorgt für Unmut

Die Unterschiede sind groß: Während die einen Schulen optimal für den digitalen Unterricht gerüstet sind, fehlt es anderen Einrichtungen an der technischen Ausstattung. Das liegt nicht zuletzt an unklaren Zuständigkeiten.

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Von
  • Rebekka Markthaler
  • Rolf Büllmann

Schülerinnen und Schüler in Bayern werden künftig wieder mehr von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen müssen. Schulklassen ab der achten Jahrgangsstufe sollen in den Wechsel- oder Hybridunterricht gehen, wenn die Corona-Inzidenz im Landkreis oder der Stadt mehr als 200 beträgt. Das hat das bayerische Kabinett am Donnerstag beschlossen.

Kultusminister Piazolo sagte in der radioWelt auf Bayern 2, dass dies bereits in der kommenden Woche starten soll. Aus pädagogischen Gründen empfehle er einen täglichen Wechsel der Gruppen. Aber noch immer sind nicht alle Schulen in Bayern auf digitalen Unterricht vorbereitet.

Dienstlaptops für Lehrer fehlen

Ein Problem ist, dass viele Lehrer nach wie vor mit ihren privaten Computern arbeiten müssen - was datenschutzrechtlich bedenklich ist. Das Kultusministerium hat deshalb Anfang Oktober angekündigt, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer in Bayern einen eigenen Dienstlaptop bekommen soll. Doch aktuell haben nach Angaben des Kultusministeriums erst rund ein Sechstel der 150.000 Lehrkräfte einen Dienstlaptop zur Verfügung.

Unklare Zuständigkeiten

Einige Schulen haben die Anträge schon vor mehreren Monaten gestellt. So zum Beispiel die Holnstainer Grundschule in Bruckmühl im Landkreis Rosenheim. Bearbeitet wurden diese Anträge von der Gemeinde Bruckmühl aber noch nicht.

Denn bei der Gemeinde herrscht Unklarheit, ob sie überhaupt für die Verteilung der Dienstlaptops zuständig ist. Als Sachaufwandsträger ist sie zwar für die Ausstattung der Schulen verantwortlich - für die Ausstattung der Lehrkräfte muss nach Ansicht der kommunalen Spitzenverbände jedoch der Freistaat als Arbeitgeber der Lehrerinnen und Lehrer sorgen.

Kultusministerium sieht Verantwortung bei Kommunen

Momentan halten sich die Gemeinden an ein Rundschreiben der kommunalen Spitzenverbände an alle Bürgermeister. Darin steht, dass die Kommunen die Zuständigkeit für die Beschaffung der Laptops beim Freistaat sehen, sagt Richard Richter, Bürgermeister der Gemeinde Bruckmühl.

Laut dem Kultusministerium sind jedoch die Kommunen für die Beschaffung der Laptops zuständig. Klarheit sollen zwei Richtlinien schaffen, die derzeit noch zwischen Bund und Ländern sowie zwischen dem Freistaat und den kommunalen Spitzenverbänden ausgehandelt werden.

Viele Schülerinnen und Schüler bekamen Leihgeräte

Bei den Leihgeräten für die Schülerinnen und Schüler ist die Situation besser. Die meisten Schulen haben nach Angaben des Kultusministeriums Tablets oder Laptops, die sie an die Kinder verleihen können. Eine Anfrage der SPD im Landtag hat aber ergeben, dass dennoch rund einem Drittel der Schulen keine entsprechenden Geräte zur Verfügung stehen.

Frage nach Software noch nicht an allen Schulen geklärt

Ein weiteres Problem sind fehlende Softwarelizenzen an einigen Schulen. Rund 350 Schulen nutzen eine Lizenz für Microsoft Teams, die der Freistaat erworben hat. Diese Lizenz läuft aber Ende des Jahres aus. Viele Schulen oder Kommunen bemühen sich daher um individuelle Lösungen.

Eine bayernweite Lösung für das kommende Jahr gibt es noch nicht. Das Kultusministerium hat jedoch angekündigt, eine Plattform bereitzustellen, mit der auch Videokonferenzen möglich sein werden. Um welches System es sich dabei handeln wird, ist noch unklar.

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