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Zwei Schilder mit der Aufschrift "Notaufnahme" und "Notaufnahme Kinder"

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    Online-Petition zur Notaufnahme in Dinkelsbühler Klinik

    Die Fronten im Streit um die Notaufnahme in Dinkelsbühl verhärten sich: Ab sofort ist eine Online-Petition zum Krankenhaussterben im Netz verfügbar. Das Ziel der Initiatoren sei der Erhalt der Chirurgie am Klinikum Dinkelsbühl.

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    Von
    • Laura Grun
    • BR24 Redaktion

    Die Diskussion über Klinikschließungen in Deutschland wird seit einigen Jahren immer intensiver geführt. Im Freistaat hat sich dazu auch die Aktionsgruppe "Schluss mit Kliniksterben in Bayern" gegründet. Im Freistaat mussten 2020 vier Kliniken schließen: Parsberg, Waldsassen, Vohenstrauß und Fürth. In Dinkelsbühl geht es um die Schließung von Teilbereichen, wogegen sich nun eine Online-Petition ausspricht.

    Im Notfall drohen weite Wege

    Die ersten Unterschriften seien bereits eingegangen, sagte die Initiatorin Dr. Petra Ziegler. In ihrer Petition wenden sich die Initiatoren direkt an Ministerpräsident Markus Söder (CSU). In dem Schreiben heißt es, dass ausgerechnet mitten in der Corona-Pandemie die Weichen gestellt würden, die Bauchchirurgie und Teile der akuten Unfallchirurgie im kommenden Jahr vom Klinikstandort Dinkelsbühl an den Klinikstandort Rothenburg zu verlegen. Sei das der Fall, könne nur noch eine eingeschränkte Notfallversorgung angeboten werden, bei der definitiv zwischen 18 und 8 Uhr keine Notoperationen, wie zum Beispiel ein drohender Blinddarm-Durchbruch, durchgeführt werden können, so Ziegler. In diesen Fällen müssten die Patienten in die umliegenden Krankenhäuser nach Rothenburg oder Ansbach gebracht werden.

    Die gesetzlich vorgeschriebene maximale Anfahrtszeit zur operativen Versorgung würde dann deutlich überschritten, wenn ein Fahrtweg von rund 45 Minuten in die anderen Krankenhäuser anstünde, so Ziegler weiter. Alternativ könnten die Patienten in nähergelegene Krankenhäuser wie zum Beispiel nach Ellingen oder Crailsheim eingeliefert werden. Diese befinden sich in Baden-Württemberg und gehören somit nicht dem Anregiomed Klinikverbund an.

    Mehr als 5.000 Unterschriften

    Neben der Online-Petition haben Dr. Petra Ziegler und Mitinitiator Notarzt Dr. Matthias Lammel mittlerweile auch mehr als 5.000 Unterschriften gesammelt, um gegen die Umstrukturierungen zu kämpfen. Jeden Tag hole er neue Listen aus seinem Briefkasten, so Lammel im BR-Interview. Insgesamt zwei Monate soll die Petition unter dem Titel "Krankenhaussterben in Pandemiezeiten?!" freigeschaltet sein.

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