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Online-Drogenhandel boomt - Ermittler-Konferenz in Landshut | BR24

© BR/Harald Mitterer

Online-Drogenhandel boomt: Fachkonferenz in Landshut

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Online-Drogenhandel boomt - Ermittler-Konferenz in Landshut

Mehr als die Hälfte aller Drogen werden über das Internet verkauft. Eine große Herausforderung für Drogenfahnder, Ermittler und Staatsanwälte. Experten aus über 30 Ländern kommen deshalb in Landshut zusammen.

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Ein paar Klicks am PC - und schon werden die Drogen freihaus geliefert. Ganz anonym, per Deutsche Post und auch in die entlegensten Orte auf dem Land. Vorbei sind die Zeiten, zu denen man zur Drogenbeschaffung in die Stadt musste. Auch für Drogenfahnder und Ermittler eine völlig neue Herausforderung.

"Den Dealer an der Ecke in der Dunkelheit mit versifften Klamotten gibt es nicht mehr. Wir haben jetzt das Internet. Das bedeutet: Ohne Probleme kann man von zu Hause aus bestellen." Jörg Beiser, Leiter des Rauschgiftdezernats am Bayerischen Landeskriminalamt

"Legal Highs" im offenen Internet - alles andere als legal

Dazu kommen völlig neue Drogen. Bei den Jüngeren schwer im Trend: Die sogenannten neuen psychoaktiven Stoffe, auch "Legal Highs" genannt. Sie werden im freien Internet angeboten und können dort bestellt werden. Sie sind aber alles andere als legal und sie sind gefährlich, so der Experte.

"Das Problem ist, dass wir mehr und mehr feststellen, dass Kinder und Jugendliche zu Hause vor ihrem Computer oder mit ihrem Handy einfach wie in Ebay Drogen bestellen können, die dann nach Hause geliefert werden. Wenn man dann kollabierte Kinder und Jugendliche zu Hause hat, bis hin zu toten Kindern, dann erst fragen sich die Eltern: Was hat der bestellt, was hat der gemacht?" Jörg Beiser, Leiter des Rauschgiftdezernats am Bayerischen Landeskriminalamt

Jetzt ist noch mehr Zusammenarbeit gefragt

Mehr als die Hälfte aller Drogen werden inzwischen über das offene Internet oder das kriminelle Darknet gehandelt. Statt auf Parkplätzen und in Hinterzimmern müssen die Ermittler die anonymen Spuren der Dealer im Internet aufspüren. Das geht nur mit noch mehr grenzüberschreitender Zusammenarbeit, sagt der Chef des österreichischen Bundeskriminalamts, Franz Lang. Er hat die internationale Konferenz in Landshut mit Drogenfahndern und Staatsanwälten aus mehr als 30 europäischen Ländern initiiert.

"Sobald ein Polizist eine Darknet-Spur aufgreift, muss er global denken, planen und agieren. Diese Ermittlungen führen ihn in andere Kontinente. Oft nach Afrika, sehr oft nach Asien. Das muss alles in die taktischen Planungen mit hinein. Herausfordernd ist auch zu entscheiden, wo man zuerst zugreift. Das ist eine neue Herausforderung für die Polizisten, das müssen wir alle lernen." Franz Lang, Chef des österreichischen Bundeskriminalamts