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Bildrechte: BR/Andreas Wenleder

Stefan Schwarz an seinem Arbeitsplatz in Donaustauf.

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    Olympia Chef-Physiotherapeut: Helfer für Körper und Kopf

    Schon Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele ist Stefan Schwarz in Tokio gelandet. Hier wird er in den kommenden Wochen für die richtige Regeneration der deutschen Athleten sorgen. Auch für Hobbysportler hat der Oberpfälzer Tipps.

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    Von
    • Andreas Wenleder

    Schon vor Monaten hat Stefan Schwarz eine große Bestellung abgegeben - eine sehr große. Alle Verbände, Salben und Massagelotionen für den deutschen Kader der Olympischen Spiele in Tokio mit über 400 Sportlerinnen und Sportlern liefen über den Schreibtisch des deutschen Chef-Physiotherapeuten. "Allein beim Tapeverband habe ich von der Standardgröße 2.000 Rollen bestellt. Das sind 20 Kilometer Tape", sagt Schwarz. Die gesamte Lieferung war so groß, dass sie mit einem Schiffs-Container nach Tokio geschickt werden musste.

    Bereits das zweite Mal bei Olympia

    Nach den Winterspielen 2018 sind es für den Oberpfälzer bereits die zweiten olympischen Spiele. Normalerweise arbeitet Schwarz in einer Praxis in Donaustauf im Landkreis Regensburg. Für die kommenden Wochen tauscht er die ruhig gelegene Praxis nun also gegen das quirlige Tokio. Viel sehen wird er von der Stadt aber nicht. Die Bewegungsmöglichkeiten sind während der "Corona-Spiele" stark eingeschränkt. Öffentliche Verkehrsmittel sind ebenso verboten wie Sightseeing, jeder Schritt wird per App aufgezeichnet, sagt Schwarz, dem aber wohl auch in normalen Zeiten nicht viel Freizeit geblieben wäre. Einerseits muss er die Arbeit der anderen Physios koordinieren und andererseits wie eine Art Feuerwehrmann immer da einspringen, wo gerade ein Sportler Hilfe benötigt.

    © privat/Stefan Schwarz
    Bildrechte: privat/Stefan Schwarz

    Arbeitsplatz von Stefan Schwarz bei den letzten Olympischen Spielen 2018. In Tokio ist er wieder mit dabei.

    Physios können auch der Psyche helfen

    Bei den Behandlungen geht es dann auch nicht immer nur um die körperliche Fitness der Sportler. Für den Erfolg im Spitzensport ist die Psyche entscheidend. Als Psychologe sieht er sich aber nicht. "Bei mir geht es ums Zuhören. Sagen kann ich nicht viel. Dafür bin ich nicht ausgebildet", sagt Schwarz. Doch wenn man dem Sportler einen sicheren Raum gibt, in dem er alles loswerden kann, könne auch das viele Spannungen lösen, so Schwarz.

    Nach dem Sport schnell essen

    Weil er in seinem Arbeitsalltag aber nicht nur mit Spitzensportlern zu tun hat, hat er auch Tipps für Hobby-Sportler: Für die richtige Regeneration nach dem Sport sei zum einen ausreichend Schlaf wichtig, zum anderen aber auch das rechtzeitige Essen und Trinken. Nach der Belastung sollte möglichst bald gegessen und getrunken werden, sagt Schwarz. Das sei auch gut für das Immunsystem, das nach einer großen Belastung gerne für ein paar Stunden runtergefahren werde. Wer möglichst schnell etwas zu sich nehme, verkleinere dieses Fenster, sagt Schwarz. Gleich nach dem Sport sei dann auch mal ein Schokoriegel erlaubt.

    © Stefan schwarz/privat
    Bildrechte: Stefan schwarz/privat

    Stefan Schwarz bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2018.

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