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Oktoberfestattentat: München verdoppelt Opferfonds | BR24

© picture-alliance/dpa/Christian Meder

Mahnmal für die Opfer des Bombenanschlags auf das Oktoberfest vom 26.09.1980 an der Münchner Theresienwiese

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Oktoberfestattentat: München verdoppelt Opferfonds

Die Opfer des Oktoberfestattentats von 1980 bekommen erneut eine finanzielle Unterstützung der Stadt München. Der Verwaltungs- und Personalausschuss stimmte am Mittwoch einstimmig einem Antrag zu, nochmals 50 000 Euro bereitzustellen.

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Schon im April 2018 hatte der Stadtrat beschlossen, einen Fonds mit damals 50 000 Euro einzurichten. Das Geld sei fast aufgebraucht, aber noch immer meldeten sich Betroffene, die Hilfe benötigten, hieß es. Viele litten mit steigendem Alter noch stärker unter den Folgen des schwersten rechtsextremen Anschlags in der Geschichte der Bundesrepublik.

Mit zwölf Toten und 213 Verletzten war das Oktoberfest-Attentat der schwerste rechtsextremistische Anschlag der bundesdeutschen Geschichte.

Mittel des bestehenden Opferfonds sind aufgebraucht

Noch fast vier Jahrzehnte danach haben Überlebende und Hinterbliebene mit den Folgen zu kämpfen. Viele sind traumatisiert, die Gebrechen der damals Verletzten werden mit zunehmendem Alter schlimmer. Um das Leid zu lindern und zum Beispiel Therapien zu bezahlen, hat die Stadt München im Frühjahr vergangenen Jahres einen Hilfsfonds eingerichtet, der von der Opferberatungsstelle Before verwaltet wird. Doch die dafür vorgesehenen 50.000 Euro sind inzwischen aufgebraucht.

Landtag hat eigenen Hilfsfonds abgelehnt, Bund will ebenfalls nicht zahlen

Von Seiten des Freistaates gibt es kein Geld für die Betroffenen des Anschlags. Erst vor knapp zwei Wochen hat der Innenausschuss des Landtags mit den Stimmen von CSU, Freien Wählern und AfD einen Antrag der Grünen abgelehnt. CSU-Vertreter argumentierten, dass noch Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zum Oktoberfestattentat liefen. Diesen wolle man nicht vorgreifen. Die Grünen hatten gefordert, einen eigenen bayerischen Hilfsfonds aufzulegen. Auch vom Bund gibt es vermutlich kein Geld.

Wie das Bundesjustizministerium dem BR unlängst mitteilte, kommen die vorhandenen Hilfsfonds für Opfer terroristischer und extremistischer Gewalt nicht für Betroffene des Wiesn-Anschlags in Betracht, weil das Attentat schon zu lange zurückliegt.

© picture-alliance/dpa

Archivbild: Kränze am Mahnmal für die Opfer des Oktoberfest-Attentats in München.